3/3 – einmal über den Wolken und zurück zum Boden der Tatsachen

Der frühe Vogel fängt den Wurm!!! Eine Weisheit, die sich, obwohl schon laengst ausgelutscht, immer wieder beweist. 19:20 Uhr Augenlider ohne grosse Gegenwehr geschlossen – 05:15 Uhr durch eigenes Erwachen mit neuem Tatendrang wieder geoeffnet. Durchschlafen? Fehlanzeige. Ob es an der voelligen Erschoepftheit lag – zu muede zum Schlafen? – oder am dicken weissen Monde, der mir die ganze Nacht freundlich ins Gesicht winkte…man munkelt noch heute. Da es allerdings nicht nur mir so ging, sondern das staendige, quasi die ganze Nacht, Rascheln saemtlicher Schlafsaecke auch bei den Anderen eine Art der Schlaflosigkeit propagierte…war alles gut.
 
Dank unserer 5 Sterne-mitten-auf-dem-Gang Unterkunft inklusive warmen (!!! wir Pussies wir !!!) Wassers konnte der Morgen nicht besser beginnen. Reingeschluepft in alle, ich wiederhole: ALLE Klamotten, die meine herzallerliebste (65+15) Deuta hergab…das Michelinmaennchen war ein Scheiss gegen mich…wollte ich noch fix die Anderen Fragen…schlechte Idee – bis auf zusammen gefitzt Augen und voellige Planlosigkeit konnte ich nichts entdecken. Also ging es allein nach draussen…der Sonne entgegen…
 
 
Relativ frueh sah es dann auch schon so aus…allerdings blieb dieser Anblick nahezu 60 Minuten unveraendert…wie sich das Lottchen doch Bitten liess ;)
Deutschland im Nebel…und Garmisch wohl bald auch!
 
Muna wird wohl bald seiner Kumpeline Luna Platz machen muessen!
 
…nicht aber bevor DIESES Bild entsteht.
 
 
Ich bin einfach nur wahnsinnig froh, dass eben nicht jeder der mega fruehe Vogel sein will/kann. Denn was folgte, waren mit Abstand die ruhigsten und einsamsten 90 Minuten seit Langem. Einsam aber nicht wie einsam…das einsame einsam…sondern eher wie “fuer mich”. Ohne die Gesellschaft, die man heutzutage kaum noch abhaengen kann. Nur ich. I C H ! ! ! Ich und lange lange lange nichts. Mit meinen 479302 Zwiebelschichten Baumwolle bis Multi-Giga-Hyper-Funktionsdingsda war es fast angenehm dort oben zu sitzen. Haette nicht der Wind seine Melodie in Endlosschleife gespielt…ich glaube es waere fast unertraeglich ruhig gewesen. Ich auf der Zugspitze. Nur ich. Fuer mich allein. Kein Anderer. Niemand. Ein Mensch auf der Zugspitze. Ein Mensch auf dem hoechsten Punkt Deutschlands…anderthalb Stunden der Koenig der Welt…
 
 
Die hoechste Silhouette Deutschlands.
 

Die dickste Silhouette Deutschlands.  
 


So langsam wird es hell.
 

Einsamkeit ist eine Zier…am liebsten bin ich doch mit dir.
 

Garmisch wird vom Nebel aufgeschluckt.
 

Deutsche Seit Null Schnee, die Oesis koennen schon den ein ander anderen Schneemann bauen ;)
 

Panorama des Aufstiegs.
 

Versuch einer wörtlichen Beschreibung: “Nachdem wir halbwegs gerade mit einigen wenigen Kurven durch die Klamm kamen ging es im wilden Zick Zack hinauf aufs Gletscherplateau. Von dort in einem geschwungenen Linksbogen zum Gletscher, der mit einer einfachen Links-Rechts-Links-Rechts-Kombination ueberlistet wurde. Hinein in den Klettersteig und scheinbar wieder weg vom Ziel. Durch eine Schleife an Hoehe gewinnend letzmalig links herum und eine laengere Gerade bevor es in eine 180° Rechtskurve ging. Kurzer Ueberstieg mit perfekter Aussicht zur Gondel – “koennen doch nur noch 5 Minuten sein, Mann kann die Spitze foermlich greifen” – und hinein in die 6 Spitzkehren von “L`Alpe d`Huez”. Ueber einen langgestreckten Endspurt erreicht man gesund und munter sein Ziel!”
 

Hab ich schon erwaehnt, dass ueber Garmisch Nebel aufzieht?!?
 

Die hoechste Dohle Deutschlands – so viele Superlative…mannomann!
 

Zwei nahezu perfekt outdoormaessig ausgeruestete Deppen am Spitz.

Freiheit…Freiheit…ist das Einzige was zaehlt!

 
Nachdem wir ungeduldig weitere 30 Minuten zu dritt gewartet haben waren wir usn einig, dass das Lottchen noch weiter und intensiver gebettelt werden moechte und sich gegebenenfalls weiter Zeit laesst. “Das dauert noch locker 30 Minuten ehe man sie sieht!!!” – war die einhellige Meinung. Also erst einmal runter geklettert, ueber den Grat und wieder hinauf aufs Plateau. Das dauerte ca. 2 Minuten. 2 Minuten also, nachdem wir uns sehr sicher waren hier passiert erstmal nichts weiter spannendes. 2 Minuten nur…
 
 

…und sie war da!!! Nicht einfach nur ein schuechternes: “Hallo, hier bin ich. Gleich werde ich aufgehen!” NEIN – sie war einfach so da. Null – Eins. Nichts. Alles! Wahnsinn!
 

Wie gut diese ersten Sonnenstrahlen des Tages tun. Vorallem, da es am Aufstiegstag, obwohl perfekte Wetterbedingungen herrschten, uns im Tal kein einziger Sonnenstrahl traf. Und nun dies. Ich brauche sicher nicht zu erwaehnen, dass die hoechsten Menschen des Tages geografisch bedingt auch die ersten Sonnenstrahlen des Tages abbekommen. ERSTER ;))
 

Nachdem sie soo lange auf sich warten liess hat sie es nun ganz schoen eilig!
 
 
Wir aber auch. Schliesslich lagen ja noch 2200 Hoehenmeter zwischen uns und dem Auto, die es wieder zu beweltigen gab. Und obwohl Kinder immer ueber Bergauflaufen meckern und hinab foermlich duesen…hier funktioniert das nicht ganz so. Man koennte ja denken: “Mh, bergauf, entgegen der Schwerkraft…logisch, dass das schwer geht. Aber hinab, “nunner” muesste man doch foermlich fliiiiiiegen.” Nope!

Aber vorher mussten noch fix die Sachen gepackt werden…
 
 

Schlafzimmerausblick!
 

Schlafzimmerinnenblick!
 

Mein Himmelsbett – fast im wahrsten Sinne des Wortes. Himmlisch hoch…ja. Himmlisch bequem…nahezu ;)
 
 
So gab es von nun an fuer die naechsten 4 Stunden nur noch eine Richtung
An dieser Stelle ein kurzes Wort an meine Knie: “Verzeiht es mir. Ich liebe euch. Ihr wart grandios!!!”
Ich kam mir so Opa vor. Durch das langsame, aber sehr steile Laufen mit kompletten Gewicht nach vorne, aber immer abbremsend, ging einfach mal die ganze Kraft auf die Beine und Knie. eine gewisse Zeit geht das gut…ohne Probleme…dann merken auch diese “Momende ma, da is doch was falsch!”

Die letzten 2 Stunden war dann der selbe Meckerstatus des Vorabends erreicht…”Ich kann nich mehr..ich will nich mehr…wann simmern da” – ja, auch erwachsene Maenner koennen und duerfen rumheulen!

 


Erst dacht ich es ginge immer schoen dem Grat entlang im Sonnenschein hinab ins Oesital…
 

Selbsterklaerend.
 

Fuer die einen ist es steil, fuer die anderen die laensgte Krabbelstrecke der Welt.
 

Nicht dass ihr denkt, Sarah haette eine eigene Picke – ähähhh…das ist alles nur geklaut…
 

Geniesser!
 

Auch runterwaerts nicht zu unterscheatzen.
 

hinEIN ins gestEIN ;)
 

Hoehlen-Silver.
 

Auf eine woertliche Wegbeschreibung verzichte ich in diesem Fall ;) Kurze Schokoladenpause auf der Wiener Neustaedter Huett`n!
 

Pausen mit solch Ausblicken entschaedigen definitiv fuer eventuell ganz klitzelein vorhandene Qualen ;)
 

Da gehts lang!
 

Kurzer Abstecher durch den Maerchen-Mooswald...
 

…und wieder zurueck in Deutschland.
 

Hier weht gleich mal ein anderer, frostiger Wind!
Der obligatorische “Haettet ihr damals ne vernuenftige Grenze gehabt waer die cholerische Schnauzer-Witzfigur niemals zu uns gekommen!” Witz darf zwischen Oesis und Deutschen natuerlich auch nicht fehlen.
 

Wie mit der Zugspitze…nur in gruen! Man sieht den See schon seit gefuehlten Ewigkeiten…und laeuft und laeuft…und kommt doch nicht naeher!
 

…bis dann ploetzlich…TATA – da isser!
 
 
Endlich auch mal Glueck mit dem Timing – die naechste Bahn vom Eibsee zurueck zum Parkplatz faehrt 15 Minuten nach Ankunft. WIE GEIL IST DAS DENN?!?!?!

Weitere 6 Kilometer haette ich nie laufen koennen. Ist wie mit einem Marathon. Wenn man einen Halbmarathon laeuft, kann man sich unmoeglich vorstellen, die selbe Strecke im Anschluss noch einmal zu laufen. Wenn man von Vornherein weiss man laeuft 42 Kilometer, dann ist auch nach der Haelfte genuegend Motivation und Kraft vorhanden…schon komisch wir Menschen!

 


Besser kann man die letzten beiden Tage nicht beschreiben!

Laut Karte ein kleines Ruendchen, was wir da gedreht ham ;)

Laut Reallife doch etwas mehr, als nur das! (Höllental, Gletscher und Klettersteig zur Spitze vom Jubilaeumsgrat aus gesehen, nicht mein Bild, klar! Aber gerade dieser Jubilaeumsgrat waere auch nochmal sehr interess…ja…erstmal spuer ich den Muskelkater immer noch!)

 

Selbstredend! 2200 Hoehenmeter erst nach oben – danach 2200 Tiefenmeter wieder nach unten.


Der Lohn der Arbeit – 3 Kilo bestes Salz als Hoehenprofil am Hemd.
 
 
Fazit: Ziemlich spontan verrueckte Idee. Viel gelernt. Definitiv. Ein bisschen mehr Vorbereitung tut sicherlich auch ganz gut…aber wie so immer…die ungeplanten Sachen sind oft die BESTEN! Auf ein Neues! Ich liebe die WEEEEEEELT…
 
 

Ncitz-Cam, dass wir tatsaechlich oben waren ;)
 

Ja, das Dicke da in der Mitte…das bin ich ;)
 

Mit den beiden Oesis beim Blick in ihr weites Laendle.
 

Ein letztes Bild
– die Bezwinger und ihr Ehrenkreuz –
aufgenommen an der automatischen Touri-Fotostation. Einziger Unterschied: Wir mussten nicht anstehen und hatten irgendwelche anderen Sandalendeppen mit auf dem Bild. Wir waren alleine…ich sag es ja…

 

der fruehe Vogel faengt den Wurm!

 


 

 

 

Stefan

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Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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3 responses to “3/3 – einmal über den Wolken und zurück zum Boden der Tatsachen”

  1. Manu says:

    Was für tolle Bilder! Da bekommt man Lust, das selbst einmal auszuprobieren. Aber dafür bin ich wohl doch ein bisschen zu weich :)

  2. Carolin Dreßler says:

    Mehr Bilder mit noch mehr Stories müssen wieder her;)…..und bitte nicht nur Kurzgeschichten,)

  3. Stefan says:

    Mnt Blanc is calling!!

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