California State Route 1

…oder auch: Highway Number One – DER Highway Number One. Viel gelesen, noch mehr gehoert und endlich direkt vor der Haustuer.
 
“The highway is famous for running along some of the most beautiful coastlines in the USA, leading to its designation as an All-American Road. In addition to providing a scenic route to numerous attractions along the coast…
 
Keine 2 Autominuten von zuhause entfernt kann man ihn direkt auffahren. Im Norden fuehrt er einmal quer durch San Francisco immer und immer weiter bis nach Kanada (zusammen mit 101). Im Sueden mit seinem Kumpel Nummer 5 nach Mexiko.
 
Dieses mal ist es der Norden geworden. Unmittelbar hinter der Golden Gate Bridge biegt er Richtung Kueste ab und laesst die voellig ueberlaufene 101 hinter sich. Ab jetzt wird es spassig. Ab jetzt wird es kurvig. Ab jetzt sollten Beifahrer aufpassen, das Fenster ein grosses Stueck weit oeffnen und tief – gaaanz tief  ein- und ausatmen. Auf ihm Beifahrer zu sein ist wirklich keine einfache Sache. Ausser das kraeftige Spiel in der Magengrube stoert einem nicht. Dann ist es einfach nur wunderschoen. Genau wie fuer den Fahrer. Beschleunigen, bremsen, rum den Quirl. Beschleunigen, bremsen, andere Richtung. Hierfuer wurden Autos gebaut. Nicht fuer dieses endlos geradeaus Gefahre mit absolut festgezurrter Geschwindigkeitsbegrenzung.
 
Wunderschoene Straende wie Muir Beach und Steilschluchten wie Point Reyes geben sich hier die Hand. Abwechslung pur. Wenn es dann aber Abend wird ist sie weg – diese Einfachheit, die einem den ganzen Tag ueber begleitet hat. Jetzt wird es kompliziert – sehr sogar. Die Suche nach dem naechlichen Lager kann beginnen. Zur Auswahl stehen:
  • Hotel – nein
  • Motel – schon gar nicht
  • AirBnB – nicht angemeldet
  • Campingplatz – krasser als auf einer Campervanmesse steht hier ein Raumschiff neben dem naechsten. Unglaublich gross und unbeweglich. Wie kriegen die diese riesen Dinger eigentlich auf ihre Stellplaetze. Mit Camping hat das jedenfalls nichts mehr zu tun. Die haben ja mehr Grundflaeche als ich in meiner ganzen Wohnung. Luxus pur. Natuerliche Naehe ist voellig abhanden gekommen.
Also bleibt quasi nur noch eine Variante – im Auto irgendwo, wo es einem gefaellt. Da wo man gerade ist, dort sollte man einfach bleiben. Koennen. Aber hier – aeh aeh. Hier gibt es naemlich die Highway Patrol, die im Namen der Buerger fuer Ordnung sorgt und das herumlungernde Pack des Weges verweist. Gerne auch mitten in der Nacht. Mit beissend blendender Maglite aus dem Tiefschlaf herausgerissen. “Entweder ihr macht euch auf den voellig ueberlasteten Campingplatz gleich um die Ecke und versucht noch ein Plaetzchen auf dem Ueberfluter zu bekommen oder ihr fahrt einfach 45 Meilen ins naechste Hotel!” Natuerlich, ich bin froh wenn ich Gas und Bremse mitten in der Nacht nicht verwechsel. Da will der, dass wir durch halb Amerika reisen nur um irgendwo in ein voellig ueberteuertes Hotel einzubuchen. Tzzz. Vorallem wartet er auch ganz genau neben unserem Auto, damit wir auch ja wegfahren. Dann geht seine Reise weiter. Bucht fuer Bucht. Parkplatz fuer Parkplatz. Damit es auch ja keiner wagt, nicht in einem zu bezahlenden Etablissement zu uebernachten. Natuerlich alles “im Namen eurer eigenen Sicherheit!” Da scheiss ich mal ganz gehoerig drauf. Als ob ich nicht alt, gross und ueberhaupt selbst genug bin um das entscheiden zu koennen.
 
Naja, also doch auf den Campingplatz. Wenn man diesen aber frueh genug wieder verlaesst kommt man dem Abkassierer noch zuvor ;)
Macht man ja am anderen Ende der Welt in Australien auch so (habe ich gehoert ;)
 
Einen kleinen aber sehr sehr feinen Beigeschmack hat die fruehe Abreise vom Campingplatz dann auch noch zusaetzlich zu bieten…
 
 
Der fruehe Vogel…faengt die ersten Sonnenstrahlen.

 

Baemm.

 

Sitzen…
 
 
Warten…

 

Staunen.

 

Schwuppsdiwupps…das Fuechschen ist weg.

 

Nicht jeder hat das selbe Glueck.

 

Aber Ausdauer wird letztendlich doch belohnt.

 

Regenbogenwellen.

 

Perfekter Platz zum Fruehstuecken.

 

Tollste Kueste…

 

…mit Wellenbrechenden Felssteinen.

 

Raues Meer im Sonnenschein.

 

Drohende Wassermasse.

 

Verspuehlt.

 

Aussicht fuer sich.

 

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Ein wunderbares Wochenende geht zu Ende. Auch wenn es hier den gewuenschten Buserfolg noch nicht gab – oder sollte man besser sagen, Panzer (denn ein kleiner suesser Campervan war dieses brachiale Riesending laengst nicht mehr, ausserdem sollte dieser Erfolg noch eher, viel viel eher als erwartet kommen), denn diesen Hintergrund hatte der Trip eigentlich, so wurde man doch mehr als nur entschaedigt.

 
Highway Number One, viel wurde uns vorher versprochen, noch mehr hast du gehalten. Und dabei war es ja gerade mal der noerdliche Teile. Aber sehet selbst, der Sueden folgt ganz bald ;)
 
Bis dahin,
Euer Klippen-Kiwi
 
 
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Fuer die Jaeger der Sonne heisst es nun Abschied nehmen, bye bye Tageslicht.
 
 
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Stefan

Stefan

Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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