Peru – Cordillera Blanca, vier auf einen Streich

4 berge

 

In der Cordillera Blanca geht´s jetzt in die vollen. Da wir auch noch zur absolut besten Wettersaison hier sind kann es nur noch heissen: Bergsteigerwahnsinn hoch vier.

 

Nevado Pisco (5.752 m / 18,871 ft)

Angefangen mit dem wunderschönen Pisco, der definitiv an einen kleinen Mariopilz inmitten seiner grossen Brüder der Cordillea Blanca erinnert. Er liegt so perfekt zwischen allem, dass er DIE Knallersicht schlechthin bietet. Super schöner Berg, super lässiger Aufstieg, nur das absolut gehasste Moränenfeld hat ein wenig des Scharmes genommen (um nicht zu sagen, wir hassen Moränenfelder, aber das ist eher generell an und hat mit dem Pilzkop an sich eigentlich nicht viel zu tun ;)

 

berge 1Das Valley um zum Pisco zu kommen. Das nenn ich mal Serpentinen.  berge 2 berge 3Was für eine Silhouette.  berge 4Knaller. Knaller. Knaller.  berge 5Da ist er, der kleine Pilz Pisco. Zuckersüss, oder?berge 6 berge 7Und da sind wir. Letsplayontop!!!! berge 8Bam Bam Bam.  berge 9Smoother, schöner Abgang.  berge 10Und wo das Auge hinschaut, türkis grüne Lagunen.berge 11Ach Mutter Natur, du bist eine wahre Schönheit.

 

Nevado Urus Este (5.420 m / 17,782 ft) & Nevado Ishinca (5.530 m / 18,140 ft)

Das wunderbare an den Bergen in der Cordillera ist, dass sich alle immer in so wunderschönen Tälern befinden, in welche man erst einmal 1-2 Tage hineinwandern muss. Was die Vorfreude in einem nur steigern lässt. Man beginnt die Wanderung und sieht nichts vor einem. Und erst nach Stunden/Tagen des Wanderns erscheint irgendwann am Horizont ein Schneegipfel. Und man hört ihn quasi zu sich rufen. So wunderschöne Natur!

 

berge 12Überall stehen noch kleinste Steinhütten indigener Familien, umgeben von rausten Naturbedingungen für Anbau und Leben.  berge 13
 

Es folgte das Nachbartal einige Tage später, da wir umringt waren von einigen schönen grossen Dingern. Geplant war Ishinca, ebenfalls ein wunderschöner Berg! Doch da es Kiwi zu langweilig war bis zur nächsten Nacht warten zu müssen, beschloss er kurzerhand noch den achso “kleinen” Urus Este vorab zu besteigen. Warum auch nicht einfach nur in der Sonne die Aussicht geniessen und chillen:)

So ganz schnell mal ebenso. Und als er nach nur 4,5 Stunden wieder zurück war glaubte ich auch, dass es ein Spaziergang war. Bis unsere Nachbarn am Nachmittag völlig im Eimer zurück kamen und meinten, sie hätten sich mega krass verlaufen und die Routenfindung sei so schwer gewesen. Nun ja, mehr muss ich dazu net sagen, Kiwi halt ;)

 

 

Die Wanderung zum Ishinca war wunderschön und doch hart am Ende. Vorallem nach dem so einfachen und doch so schönen Pisco, dessen Anstieg so smooth und gemächlich war, kam das Ende vom Ishinca doch ein bisschen steiler als gedacht. Wie immer sind wir gegen 3 Uhr aus den warmen Schlafsäcken gefallen um pünktlich zum Sonnenaufgang am Gletscher zu sein. Dieser war zunächst brutal kalt, erholte sich dann aber mit eintreffenden Sonnenstrahlen blitzschnell. Wunderschönste Aussichten sind auch hier wieder garantiert, aber seht selbst.

 

berge 14 Step by step by step. berge 15

 

Kleine Schadenfreude nebenbei, als wir schon längst auf dem Rückweg waren und eigentlich nur noch zurück ins Basecamp trudeln mussten kamen uns drei Argentinier entgegen, die sich “etwas” verlaufen hatten und ausversehen einen anderen Gipfel bestiegen hatten. Man sah ihnen förmlich die Freude ins Gesicht geschrieben jetzt am späten Vormittag noch einen weiteren Gipfel erklimmen zu müssen. Oh je.

 

berge 16Aufstieg zum Ishinca. Umgeben von Naturgewalten an Eisspalten, immer wieder absoluter Wahnsinn in diese Tiefen zu sehen.berge 17Ja genau, in eine von diese. Huiiii.berge 18 berge 19Und da sind wir. On Top auf dem schönen Ishinca.  berge 20Hochwärts dauert immer sooooo unendlich lange. Und dann kaum nach dem Gipfelsturm rennt es sich runter fast von alleine. berge 21Das lass ich als Fotoschiesser einfach ohne Kommentar. Und JAAAA, mein Herz pochte. Anmerkung Kiwi: mein Herz pochte auch, mit Normalpuls ;)
 

Als wir vom Ishinca Valley zurück kamen, entdeckten wir ganz plötzlich noch eine Art natürliche Sauna. In einem kleineren Hausberg vor Ort haben Locals Löcher in die Wände des Berges gehauen um heisse Dämpfe entlassen zu können. Ergo sitz man in einem Berg, dessen Gerüche aus allen Ecken und Kanten spriessen, wie eine Art Dampfsauna. Mega schön. Und das perfekte Spa-Programm nach einer Bergbesteigung.

 

Vallunaraju (5.686 m / 18,655 ft)

Um den letzten Berg mit in die Runde aufzunehmen, brauchten wir erst einmal wieder Proviant. Somit machten wir uns auf in die Hochburg der Cordillera Blanca, nach Huaraz, das Kletterzentrum für Berg- und Felskletterer.

In Huaraz trafen wir auf zwei Herzensmenschen, mit denen wir fortan die nächsten 1,5 Wochen in der Stadt und Umgebung verbrachten. Kaum kennengelernt, beschlossen wir vier unser nächstes Bergprojekt zusammen zu bezwingen. Den Hausberg von Huaraz, den Vallunarayu, zu besteigen und nebenbei noch diverse Felswände abzuklettern.

 

berge 22

 

Nach 3 Tagen Kletteräffchen spielen, hiess es dann in der Nacht zum Gipfel hoch. Doch neben purer Vorfreude einen Berg sogar mal mit Freunden erklimmen zu können, ging in meinem Körper anscheinend noch mehr als pure Freude ab. Nach gut einer Stunde laufen musste ich leider mit Bauchkrämpfen umdrehen und mich zum Auto zurück bewegen. Zum Glück war Kiwi mit den beiden unterwegs, wodurch er nicht abbrechen musste, was mir das Umkehren doch ein wenig erleichterte. Das ist eben immer das Ding, bei unseren alleinigen Bergbesteigungen. Sollte es einem mal schlecht gehen, kehren wir beide natürlich gemeinsam um. Aber sind noch mehr Freunde im Schlepptau, kann man weiterziehen. Und da wir noch nicht all zu weit vom Auto entfernt waren, war das auch gar kein Problem.

berge 25Starke Kletteraktion von Sergio um über die Eiswand zu kommen.  berge 26Die letzten Meter für die drei. berge 27Julia in der Front hält weiterhin die Frauenquote hoch.berge 28Julia und Sergio on Top vom Vallenaraju.  berge 29 berge 30Wie immer Knalleraussichten der Cordillera Blanca.  berge 31 berge 32Gipfelfoto vom Vallunaraju Norte, geschossen vom seinem kleinen Bruder, Vallunaraju Sur. berge 33

 

Und während die drei Musketiere sich mit Knalleraussichten belohnen durften, schlief und schlief und schlief ich. Bis gegen Mittag meine drei Lieben völlig fertig vom Berg wieder runter maschierten und stolz wie Bolle auf sich sein konnten. Ein gelungenes Projekt.

 

berge 34Die Gang-Bang beim Chillen. berge 35Bissel Felsklettern durfte selbst in diesen Höhen nicht fehlen.berge 36 berge 37Gang Bang. Herzensmenschenhaufen:)

 

Da die beiden in einem lokalen Kletterhostal für Wochen wohnten, fragten wir einfach die liebe Dame, ob wir mit einer kleinen Spende nicht auch dort parken durften. Und so wurden wir für über eine Woche Teil der grossen Kletter-WG und konnten so noch intensiver mit unseren neuen Herzensmenschen leben, kochen, quatschen. All die schönen Dinge, die das Leben schöner machen. 

Mit diesen beiden Herzenzmenschen rannte die Zeit auch nur so davon. Nach fast 2 Wochen mussten wir uns mit tröpfelnden Augen nun doch weiter bewegen, da wir kurz vor der Abreise nach Deutschland standen. Ansonsten hätten wir unser Visa wieder einmal verlängern müssen. 

 

berge 39 berge 40Es folgten Kochsessions von frühs bis abends. Nun ja, nach Bergen sind wir immer, nun sagen wir, recht guten Appetites. berge 42Und noch mal bissel Klettern am Hausberg vor Huaraz.  berge 43

 

Aber eine grosse wunderschöne Wanderung sollte noch auf uns warten. DIE musste noch vor der Abreise geschehen. Unser Trek in die atemberaubende Cordillera Huyahash.

 


 

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