Die klarste Küste Leipzigs – der Kulkwitzer See

Ein kurzes Wochenende in Leipzig am Kulkwitzer See und man denkt man war wochenlang im Urlaub gewesen. Dabei ist es doch nur um die Ecke. Seit wann ist Leipzig und Umgebung eigentlich so schoen?!? “Berlin ist toll…wunderschoen…aber Leipzig…dort wars immer haesslich und langweilig” hoer ich meine Oma noch sagen. Aber was sich gerade im Sueden der Sachsenmetropole getan hat – im 3-Staedte-Eck von Leipzig, Markranstaedt und Markkleeberg – fleissig fleissig die Ausgraber. Aus diversen Buddelloechern entstanden im Rahmen der Rekultivierung und Renaturierung der ehemaligen Braunkohlegewinnung und deren Anlagen diverse Seen, welche bereits komplett gefuellt sind (Cospudener, Kulki) oder sich noch weiter fuellen sollen. Insgesamt 18 solcher Gewaesser sollen hier einmal entstehen. Und wenn diese sich genauso weiter entwickeln wie der Kulkwitzer See dann spricht einem wahren “Neuseenland” nichts mehr entgegen.
  • existiert seit: 1973 (und dieses Jahr das erste Mal davon gehoert, eigentlich schlecht, oder?)
  • Größe: 1,7 km² (aehm, ja, kann sein)
  • Tiefe: 36m (kann ich nicht bestaetigen, war nur auf maximal 2 Meter Tiefe, dann kam das fiese klitschige Gras)
  • Rundweg: 8km (kann ich ebenfalls nicht bestaetigen, lag nur faul auf meinem Arsch rum)
  • Wasserqualität: sehr gut (DAS kann ich bestaetigen, fast schon zu gut wenn man mal kurz googlet, was fuer ueble Urzeitfische hier drin rumschwimmen)
Ein wahres Taucherparadies soll es sein. Das wuerde zumindestens erklaeren, weshalb auf dem Campingplatz so viele Flaschenwesen unterwegs waren. Apropos Campingplatz. Dieser liegt genau auf der Halbinsel – genialer Platz. Vielen Leipzigern scheint er auch als Wochenend-Gartenersatz zu dienen. Weshalb auch sonst stehen so viele CampingMOBILE (was eigentlich irgendwas mit Bewegung zu tun haben sollte) fest eingemauert auf ihren Plaetzen fest. Seit gefuehlten 30 Jahren hat sich dort nichts mehr bewegt.
 
Der Camp-Bereich liegt traumhaft direkt neben dem Sandstrand, wobei dieser an sich nicht zum Campen genutzt werden kann. Schade, denn dort haette man die Heringe vielleicht in den Boden stampfen koennen. Auf der dafuer vorgesehenen Flaeche war dies ohne Hammer jedoch NICHT moeglich. Oder besser gesagt – UNmoeglich. So einen trockenen, festen, steinharten Sandboden habe ich selten gesehen. Naja, legt man halt die ein oder andere Weinflasche mehr ins Zelt, dann kann man auf die Befestigung auch verzichten.
 
Zu Fuss nach Leipzig ist es uebrigens nur eine knappe Stunde (so sagt man zumindestens, denn ausprobiert habe ich fauler Hund es wie beschrieben natuerlich nicht ;)
 
 
Der einzige Vorteil, der mir einfallen koennte, den ein Stau mit sich bringt…

 

…und man diesen grossraeumig ueber Stock und Stein umfahren muss.

 

Die leicht abgeschraegte Liegewiese, bei der man auf glatten Decken nach seinem Schlaf gerne mal 3 Meter naeher am Wasser wieder aufwachen kann.
 
 
Perfekter Platz um die Sonne verschwinden zu sehen.
 
 
…oder das Verschwinden eines Kajak-Mannes…schwupps war er weg…

 

Ein bisschen rumgespielt.

 

Das Beste – den ganzen Tag keine Stoerobjekte vor der Linse. Kaum geht die Sonne unter kommt dieser gemuetliche Mensch daher gelaufen und denkt ueberhaupt nicht daran auch wieder zu verschwinden.

 

Keine Sache von 5 Minuten…

 

Rrrrhhh…da ist er wieder…

 

Und guckt…und macht…und tut…

 

…und ploetzlich ist die Sonne fast weg und ich habe nur dem Typen zugeguckt ;(
 
 
Von den knapp 500.00 Besuchern, die diese Seenlandschaft angeblich jaehrlich besuchen, war an diesem perfekten Septembertag bis 30°C nicht viel zu sehen. Ein paar Kinder hier, ein paar Franzosen da…nichts besonderes. Ausser den 300g franzoesische Salami vielleicht. Die und den 200g Kaese, die beide den Tag nicht ueberlebt haben. Lecker. Aber auch eklig. Aber lecker!
 
Dann bin ich mal gespannt was hier in den naechsten Jahren noch alles passiert. Vielleicht kommen zu der kleinen versenkten Cessna, dem U-Boot und dem ein oder anderen Bergbaugeraet ja noch ein paar Tauch-Attraktionen, dann komme ich schneller wieder als man denkt. Fast 29 Jahre wird es jedenfalls nicht noch einmal dauern…
 
Bis dahin,
Euer Neuseenland-Kiwi
 

Stefan

Stefan

Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
Stefan

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10 responses to “Die klarste Küste Leipzigs – der Kulkwitzer See”

  1. Wichtelbrigade says:

    Hallo Stefan, na von den 500.000 Besuchern des Leipziger Neuseenlandes waren 15 Radler just am letzten (wettermäßig genial schönen) Wochenende ganz in Deiner Nähe – am Störmthaler See im Ökologischen Landwirtschaftsschulheim Dreiskau-Muckern (das altersmäßig jüngste Dorf Deutschlands). Wir sind ebenso begeistert von dieser Gegend, wenn auch schon früher immer mal zum radfahren, inlinern und saunieren am Cospudener See dagewesen. LG die Wichtelbrigade

  2. Carolin Dreßler says:

    Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

  3. Stefan Messing says:

    …sein fuechschen zum gemeinsamen vernaschen von 300g salami und 200g kaese ;)

  4. Carolin Dreßler says:

    achso?!…(mit leicht überraschten Ton a lá Seidel;)

  5. Stefan Messing says:

    “das altersmäßig jüngste Dorf Deutschlands” ;)
    der Störmthaler See sieht laut google maps arg baumloser aus ,(

    • Wichtelbrigade says:

      D-M war wegen der Kohle quasi schon leergezogen und nach der Wende wurden die Höfe von jungen Familien, Künstlern etc. saniert. Der See ist in Flutung und kann noch ein paar Eimer Wasser vertragen :-)

  6. Herr S. says:

    schoen das ich hier auch erwaehnt werde! :)

  7. Stefan Messing says:

    Hallo Herr (undercover) S. – wenn Sie mit sich die Salami meinen, gern geschehen. Wenn Sie der Kaese sind, ebenso. Sollten Sie aber der Depp im Sonnenuntergang sein, sorry fuer den Depp, aber bitte beim naechsten Mal unbedingt woanders entlang spatzieren! Kontraste sind zwar zwingend erforderlich in der Fotografie, nicht aber unbekannt stoerende ;)

  8. Herr S. says:

    da weiss ich erstmal bescheid… ;)

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