Guadalajara

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Laguna de Santa Maria de Oro

Knapp mit einem halben Jahr Verspätung komme ich endlich an der “Laguna de Santa Maria de Oro” an. “Verspätung”? Stimmt, wie kann man eigentlich von Verspätung reden wenn es nicht einmal einen richtigen Plan gibt. Aber bereits im Mai war ich von Roberto und Azay zu deren Hochzeit eingeladen wurden. Roberto ist auch ein Würth´ler. Sie sind einfach überall. Man muss eben nur die richtigen Arbeitskollegen haben und sich auch von ihnen einladen lassen (wie Randall auf Baja “damals”).

Jetzt, knapp 6 Monate später sind wir wieder eingeladen von ihnen, zwar nicht mehr zur Hochzeit, dafür aber zu mexikanischen Weihnachten. Oder, weil wir echt trödelnd unterwegs sind Copper Canyon aufs Äusserste genossen haben, eben zu Silvester. Doch bevor wir bei ihnen zu Hause in Guadalajara ankommen, machen wir noch einen kurzen Abstecher zu eben besagter Lagune, dem Platz, an welchem beide im Mai verheiratet wurden. Als Hochzeitsgeschenk hatten die beiden damals von Nutter Natur ein unglaublich blau-glühendes Lagunenwasser geschenkt bekommen. Wir haben nicht so ein Glück. Wir haben aber auch nicht geheiratet ;)

 

guadalajara 8guadalajara 7guadalajara 6guadalajara 5guadalajara 4Agavenfelder für den edlen Tequila Tropfen.guadalajara 3Random mexikanische Hochzeit mit gemieteten Reitern (!!! wie bei uns die Tauben scheinbar).guadalajara 1Tolle Dschungelaussicht…guadalajara 2…doch bei genauerem Betrachten wieder dasselbe Bild. Immer und immer wieder. Müll. MÜLL. MÜÜÜLL. MüLL. mÜll. MÜLl. mülL. MÜLLMÜLLMÜLL. Egal wie man es wendet. Immer wieder Müll in allen Farben und Formen. Abartig, aber der Umweltgedanke ist jedenfalls hier in Mexiko noch NICHT angekommen. Und wird es auch sicher nicht so schnell. Ein wirkliches Umdenken ist nicht zu spüren. Reue, auch nicht. Verständnis, dass es auch anders sein könnte, auch nicht. Verständnis, dass man überhaupt was anders machen könnte…oder sollte, auch nicht. Somit werden also auch weiterhin Millionen Tonnen Müll einfach im Strassengraben, dunklen Ecken, eigentlich müssen sie nicht einmal dunkel sein, eigentlich müssen es auch nicht einmal Ecken sein, einfach irgendwo. Einfach ein Platz nicht im eigenen Garten und schon wird der Müll entladen. Und solange das Jahresgehalt eines Strassenfegers noch immer geringer ist als die Kosten einer neuen Mülltonne wird sich hieran auch nicht so schnell etwas ändern. ABARTIG, schäm dich Mexiko!

 

Guadalajara

Nach der Lagune fahren wir direkt zu Roberto und Azay. Da Roberto in einem früheren Leben scheinbar mal Stadtführer war, bekommen wir von ihm die nächsten zwei Tage die wohl beste Führung, die man sich nur wünschen kann (5+ Sterne). Jetzt können wir ohne mit der Wimper zu zucken von uns behaupten, dass wir “70% der Stadt gesehen haben” und wirklich auch alle Kreisverkehre mit ihren Pavillionen kennen ;)

Auch für ein Wiedersehen mit den restlichen Würth`lern von Team Mexiko ist Zeit, wodurch wir sogar noch einen zweiten Happen vom traditionellen Neujahres “Rojas de Reyes” abbekommen (ein Mix aus deutschem Stollen und Milchbrötchenteig, belegt nach dem bunten Vorbild einer Pizza. Sehr lecker – wenn gut gemacht, wie immer – und ist so etwas wie SpielSpassundSüssigkeit in einem. Im Teig sind verschiedene Figuren versteckt, von denen es mindestens so viele verschiedene Varianten gibt, wie Rojas Rezepte selbst. Die wichtigsten Figuren sind scheinbar die Babys, die aber ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben und nicht mehr den Nachwuchs im Neujahr ankündigen, sondern den Betroffenen zum Ausrichten einer weiteren Feier am 2. Februar nötigen – man braucht ja Gründe sich wieder betrinken zu dürfen ;)

 

guadalajara 9Obelisk in Guadalajara
guadalajara 10Eine Fahrstulfahrt, die ist lustig, eine Fahrstulfahrt, die ist schön…

 

Puerto Vallarta

Zu Silvester fahren wir Richtung “Puerto Vallarta“, um das neue Jahr gebührend am Strand zu empfangen. Mit Tecate (hier berühmter als Corona, weil billiger), Chips, Chips und noch mehr Chips sind wir bereit für die Nacht und den stundenlangen Böllermarathon (nicht von uns!). Um auch ja ein wenig Heimatgefühle einfliessen zu lassen nötigen wir die beiden zu einer obligatorischen Session von “Dinner for One“, die die beiden logischerweise nicht kannten aber recht witzig fanden (“same procedure as every year” wird wohl ein fester Bestandteil der Silvestererinnerung). Als dann auch noch hunderte Laternen in den Himmel steigen kann es nicht mehr all zu weit bis Neujahr sein und ein weiteres Tecate grüsst hinein in 2016.

 

guadalajara 12guadalajara 11Es geht NICHT ohne! Kann es nicht.guadalajara 13Playa de San Francisco“, oder auch kurz “San Pancho” im neuen Jahr.guadalajara 14
 

Ein weiteres Highlight sollte dann die eigentliche Stadt “Puerto Vallarta” werden. Leider ist Neujahr scheinbar die ungeeignetste Zeit überhaupt um dieses süße kleine Strand-Städtchen (zumindest das historische Zentrum, alles andere ist leider auch schon wieder zugemauert mit grossen Hotels, die die gutzahlenden amerikanischen Touristen fokussieren).

Menschen, Menschen, Menschen. Am Strand lässt sich kaum ein freies Plätzchen zum Niedersetzen (geschweige denn Niederlegen) finden. Also geht man entweder zu Fuss auf Erkundung oder bleibt erst gar nicht lange und zieht zum nächsten (noch vollerem Strand) weiter. 

Sehr sehenswert in Purto Vallarta war dieses mal endlich der “Malecòn” (Strandpromenade). Viele echt interessante Skulpturen waren ausgestellt und haben zum mitmachen eingeladen ;)

 

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guadalajara 15guadalajara 17 guadalajara 16guadalajara 27Keine Skulptur, aber genau so witzig ;)guadalajara 26Azteken (?! Oder Maya, wurde mir mehrfach erzählt, scheint aber das letzte Tecate noch nachgewirkt zu haben) Kalender in Sand gehauen gestrichen gepinselt gewasauchimmert.guadalajara 18guadalajara 20guadalajara 28
 

Da nicht jeder unser Luxusleben geniessen kann mussten wir am dritten wieder zurück sein damit die beiden ihren Jobs nachgehen können (um hoffentlich später doch in den selben Genuss zu kommen ;)

Wir verbringen die Zeit mit Recherche (ich), sozialen Anrufen in der Heimat (Caro) und damit Morrie wieder auf Vordermann zu bringen. Ganze 20 Dollar zum Ausbeulen der hinterbliebenen Blechschäden von Los Mochis (hier) und weitere 45 Dollar um die hinteren Scheiben komplett zu verdunkeln (mehr Privatsphäre, mehr Sonnenschutz, besseres Aussehen – ganz wichtig natürlich auf solch einer Reise, deswegen putzen wir ihn ja auch so regelmässig ;)

Die Abende verbringen wir mit leckerem gemeinsamen Kochen (die Damen) und Essen (die Herren). Die Zeiten zwischendurch gehören ganz Hazel und Kalel, der megaschlauenundhinterhältigen Hauskatze, mit ihrem immerwährendem Ruf nach Freiheit, und ihrem trottligdoofenabersupersüssem Haushundkumpel, mit seinem immerwährendem Ruf nach neuen Kuschel- und Spieleinheiten.

 

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Guachimontones

Um den beiden doch nicht die ganze Zeit auf die Nerven zu gehen und ihnen die Vorzüge des Reiselebens aufzuweisen haben wir die Zeit auch zum Erkunden rund um Guadalajara genutzt.

Der erste Ausflug führte zu den archäologischen Ausgrabungen in “Guachimontones”, einer Rundpyramide mit toller Aussicht. Hier kann in den nächsten Jahren sicherlich noch einiges weiter ausgegraben werden. Auf dem Rückweg machen wir noch kurz Halt in einem thermal aufgeheiztem Fluss und lassen die Beine in der Strömung baumeln.

 

guachimontones 1guachimontones 2guachimontones 4guachimontones 3

 

Colima

Der zweite Ausflug führt uns nach Colima. Oder besser gesagt zu dessen Namensvulkan”Volcano de Colima” (auch “El Fuego“). Oder noch besser gesagt zu dessen Nachbarvulkan”Nevado de Colima“. Da El Fuego seit Weihnachten sehr aktiv am Rauchen und Spucken ist (hier gab es online unglaublich spektakuläre Bilder, siehe unten zwei Beispiele) und allgemein Mexikos aktivster Vulkan ist, kann es sicherlich nicht Schaden in sicherer Entfernung von seinem Bruder aus auf ein paar eigene spektakuläre Bilder zu warten.

Den Nevado kann man recht einfach mit dem Auto anfahren, bis man dieses knapp 700 HM vor dem Gipfel abstellen und den Rest zu Fuss zurück legen muss. Gesagt getan, endlich mal wieder dünne Höhenluft schnuppern (und die eigenen stinkigen Wanderschuhe) und nach knapp 3 Stunden stehen wir auf knapp 4.300 Metern unter dem Gipfelkreuz mit perfekter Sicht auf den immer noch rauchenden Nachbarn.

 

colima 3colima 4colima 5colima 6colima 7 colima 14 colima 13 colima 12 colima 11 colima 10 colima 9colima 18Runter geht es ja bekanntlich immer schneller, wenn auch nicht immer einfacher (sehr sehr ungemütliches Geröll mahnt zur Vorsicht).colima 17colima 16colima 15colima 24Pflegebedürftig.colima 21Die beiden Vulkannachbarn aus sicherer Entfernung.
colima 22Einsamer Baum.colima 23Um wenige Sekunden am Morgen danach einen weiteren Ascheausbruch verpasst.colima 20colima 19

 

Mazamitla und Lake Chapala

Auf dem Rückweg vom Vulkan machen wir einen fixen Abstecher nach Mazamitla, einem süssen kleinen Touristenörtchen, das sich scheinbar auf die Fahne geschrieben hat, der “schweizerichste” Ort ausserhalb der Schweiz zu werden. Urteilt selbst ob dies gelungen ist.

 

colima 26colima 25colima 27Chillen am “Lake Chapala“, Mexikos grösstem Binnensee, mit wundersamen Besucher auf der Suche nach leckerem Käsefuss.

 

Nachtrag

Ein paar Beispielbilder, was hier ab und an so los war in der weihnachtlichen Zeit (geklaut von www.webcamsmexico.com und Twitter):

 

colima 2colima 1

 


 

Stefan

Stefan

Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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2 responses to “Guadalajara”

  1. Frank says:

    Hi Kiwi,

    super Bilder
    tolle Kommentare und witzige Beschreibung eurer Reise
    respect and good luck

    Frank

  2. admin says:

    hattest wohl ein wenig Zeit im Homeoffice zum Lesen ;)))
    Danke danke und beste Grüße nach Erfurt!!!

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