Kings Canyon Backcountry

Endlich mal wieder ein bisschen Ruhe gehabt um ein paar aeltere Eintraege nachzuholen. Wobei man bei diesem hier eigentlich schon gar nicht mehr von “alt” reden kann, so uralt wie der schon wieder ist.

Am 25. Mai 2013 (!!!) ging es fuer einen kurzen Abstecher zum verlaengerten Wochenende ins Backcountry in den Sequoia & Kings Canyon National Parks (auch “liebevoll” SeKi genannt). Genauer ging es eigentlich nur in den Kings Canyon Teil, bis das Auto nicht mehr weiter kam und wir es vor der Blockade parken konnten. Kurz die wie immer viel zu schweren Ruecksaecke auf und los ging das endlose Bergauf. Der Anfang war noch sehr angenehm, weil wir mit jedem gewonnenen Hoehenmeter auch neue Aussichtspunkte gewannen. Die Sicht in den hinteren Teil des Canyons wurde ziemlich schnell spektakulaer, bis die Zickzackendlosschleife einsetzte und man sich nur noch auf den naechsten Schritt konzentrierte. Gefuehlte Ewigkeiten ging es nun hinauf. Immer wieder hoffnungsvoll die naechste Kurve erwartend um dann doch nur wieder von der naechsten Zacke enttaeuscht zu werden. Endlos kann ganz schoen endlos sein.

 

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Irgendwann gab es dann doch endlich DIE erloesende Kurve auf die wir beide so sehnlichst und schweissgebadet gewartet hatten. Eine Kurve nach welcher es ploetzlich nicht weiter steil hinauf ging. Es levelt aus und die spektakulaere Aussicht ist wieder geniessbar. Noch ein wenig durch das Meadow geirrt und wir erreichen einen wunderschoenen See, eingeschlossen zu 3 Seiten von einer wunderschoenen weissen Bergkette. Ein besonderer Platz welcher sich zugleich als unser neues Zuhause fuer die naechsten beiden Naechte entpuppte.

Nachdem Manu mein erst vor kurzem kostenlos abgestaubtes Zelt (danke Jainzi!) sah dachte ich seine Blicke wuerden mich ganz kurz toeten. Das Ueberzelt, was naemlich nur Teile des Innenzeltes ueberdeckte, hat ihn und seinen recht schwach befiederten Schlafsack ein wenig nervoes gemacht.

 

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Nachdem die Nacht dann aber doch nicht so schlimm wurde wie erwartet (obwohl die Wanderschuhe am fruehen Morgen dann doch schoen zart eingefroren waren – aber zwei atmende Maenner im Zelt erzeugen scheinbar doch ein klitzekleines bisschen Waerme) ging es direkt in den Angriffsmodus ueber – schliesslich sollten heute die Berggipfel nur so purzeln (naja, eigentlich gab es keinen festen Plan, aber die Bergkette bot sich wunderbar fuer eine rundum Traverse an).

Nachdem erst einmal eine bestimmte Hoehe erreicht war hiess es quasi “nur” noch diese zu halten und sich gegen das Heer von Wackelsteinen zu behaupten. Belohnt wurden wir mit 360° Panoramen en masse. Noch ein paar zugeeiste Bergseen dazu und die Aussicht war perfekt.

 

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Nachdem wir den See ca. zur Haelfte umrundet hatten flachte die Bergkette wieder ab und wir machten uns auf den Rueckweg. Wie immer geht es mit Erdanziehung wesentlich schneller und einfacher als gegen sie. Noch dazu, wenn man gekonnt seine Schuhe zum Hinabschlittern einsetzt. Aber Vorsicht, gekonntes Schlittern kann bergab auch sehr schnell zu ungekonntem Stolpern und somit wunderbar schoenen Pirouetten fuehren.

 

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Leider gab es kein Gipfel- oder Belohnungsbier (wieso zur Hoelle waren dann eigentlich die Rucksaecke so schwer wenn nicht einmal Bier enthalten war???) fuer uns, dafuer eine unglaubliche Aussicht direkt in unserem Vorgarten. Schwer sich daran satt zu sehen.

Nach einer weiteren ueberstandenen Nacht im “Strandzelt” ging es die vielen vielen Zickzacks auch wieder hinunter – wie immer jetzt aber so richtig schoen einfach und befreit.

Eine starke Wanderung, ein mega schoenes verlaengertes Wochenende zum und um den “Granite Lake”, so heisst der Gute glaube ich (ich kann auch voellig daneben liegen so lange wie das schon her ist).

 


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PS: Ich habe jetzt doch noch einmal ein wenig gegooglet und mich schlau gemacht wie der Trail denn nun wirklich hiess, hier die Fakten:

Copper Creek Trail
Ziel: Granite Basin & Granite Lake (hatte irgendwie Glacier Lake im Kopf, wobei das auch nicht so verkehrt gewesen waere)
Entfernung: 9 Meilen (14 km), einfache Strecke
Hoehenmeter: 5,000 – 10,700 ft.
Schwierigkeit: anstrengend (jub, kann ich genau so bestaetigen)

 

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Stefan

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Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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