Kolumbien – Morrie’s Befreiung aus der Containerfestung

So sind wir jetzt also endlich in Südamerika. In Kolumbien besser gesagt. Und noch genauer, wir sind in Cartagena.

Hausaufgabe Nummer 1 in Cartagena, wir mussten so schnell wie möglich Morrie aus den Fängen des Containerschiffes befreien. Es fühlt sich arg merkwürdig an, wenn man sich ohne Auto auf einem Roadtrip befindet. Wie eine Schnitzeljagd ohne Schnitzel quasi. Armer Morrie, eingekesselt in diesem engen Container. Los geht sie, Morrie’s Befreiung.

So heisst es also, wie bei besagter Schnitzeljagd, immer schön jeden einzelnen Punkt auf unserer To-Do Liste abzuarbeiten. Kurz beschrieben, auch wenn es sich über mehr als einen Tag erstreckt hat, lief es folgendermassen ab:

Man geht zu Office 1 um einen Stempel zu bekommen. Mit diesem geht es zu Office 2 für einen zweiten Stempel. Inklusive Kopien jeweils. Mit diesem Pack eilt man dann zur Polizei für einen dritten Stempel. Hier, wenn man nicht wie ich vergessen wird und eine Kopie zu wenig erhält, wird man dann beim Oberhauptkommisar vorstellig, der kurz, sehr sehr kurz checkt, ob das Auto irgendwelche kriminellen Geschichten hat. Wenn er nicht gerade Mittagspause hat. Was er hatte. Also geht es effektivbewusst (effektiv oder effizient?;) in der Zwischenzeit drei Blocks entfernt zum Versicherungsschuppen. Man will ja vorbereitet sein, falls das nächste Stop-Schild sich wieder einmal hinter einem Baum versteckt.

Mit der Versicherung in der Tasche geht es wieder zum Oberhauptkommisar. Passt auch hier endlich alles eilt man wieder zurück zu Office 2 für seine endgültigen Entlassungspapiere. Mit diesen bekommt man Morrie nun aus dem Container frei. Eigentlich am selben Tag. Leider hat bei uns das Timing nicht ganz gestimmt (bei niemandem um genau zu sein), so dass es das grosse Wiedersehen doch erst am folgenden Tag geben sollte. Und wie er sich freute der Kleine. 

Am nächsten Morgen also noch einmal an den Hafen und los geht es. So denkt man. Zu allererst, wir sind ja schliesslich in Kolumbien, heisst es wieder…warten. Die Kumpels der Containeröffnung wollen ja gefälligst auch schön ausschlafen. Als sie dann endlich eintrudeln und das Siegel am Container öffnen ist die Wiedersehensfreude gross. Noch grösser sogar, als Morrie problemlos wieder anspringt. Zack, raus aus dem Container und…warten. Natürlich. Wieder benötigen wir genau eine bestimmte Person zur endgültigen Freigabe, die natürlich gerade zu dieser bestimmten Zeit nicht auffindbar ist.

Die Sonne brennt unaufhörlich. Es wird später und später, warten fetzt jetzt echt nicht mehr. Plötzlich kommt der Freigeber doch noch auf seinem Roller “angebraust”, checkt für ca. 1 Sekunde unser Kennzeichen und Motornummer und zieht von Dannen. Wir müssen nur noch durch einen letzten Kontrollpunkt und sind zu dritt in Kolumbien. Offiziell haben wir hiermit den Darian Graben überwunden! Was für ein Schlamassel und Aufwand und alles nur wegen 100 Kilometer fehlenden Asphalts.

 

morrie 2Der Container ist gefunden. Eigentlich eine wahre Meisterleistung unter diesen tausenden von identisch aussehenden Metallcontainern, von denen bestimmt auch noch hunderte genau dieses Wald- und Wiesengrün tragen. Fehlt nur noch der Siegel-Entsiegler.morrie 1Whoop whoop. Geschafft, das Siegel ist gebrochen und wir haben unsere geliebten Begleiter wieder. Morrie’s Befreiung ist geglückt.

 


 

Stefan

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Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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