Kolumbien – Taganga, ein unsicherer Hafen

kolumbien der norden

 

Taganga. Bekannt für seinen hübschen Hafen mit Ausflügen in den Tairona Nationalpark und andere benachbarte Inseln.

Ebenfalls bekannt für seine unglaublich attraktiven Preise für Scuba Diving.

Jedoch ist Taganga neben diesen starken Touristenmagneten wohl auch für seine lapsige Art beim Umgang mit Eigentum bekannt, wie wir schmerzlich am eigenen Leib erleben durften.

Wir parken Morrie direkt im Eingang zu einem Tauchhostel, um mit denen unseren Tauchgang abzusprechen. Keine 20 Minuten später kommen wir wieder hinaus und…

Irgendetwas ist komisch. Mein Laptop liegt breit und offen auf dem Fahrersitz. Den lasse ich definitiv niemals so offen liegen. Bei Caro macht es plötzlich klick, ihre komplette Tasche fehlt. Inklusive Geld, Kreditkarten und Tagebüchern!!!! Natürlich, muss sich ja auch lohnen. Ich direkt rein zum Hostelbesitzer und mir die Überwachunsvideos zeigen lassen. Einschub Caro: Stefan ist reingerannt wie CSI-Agent Horatio persönlich! Nur ohne den bekannten Brillenmove eben.

Und siehe da, man sieht den Schelm. Oder zumindest seine Beine, denn die Kameras sind etwas ungünstig angebracht. Man sieht eine Person hinter unserem Auto laufen, die Beine bleiben stehen, die Beine verschwinden (der Moment wo er ins Auto steigt), die Beine tauchen wieder auf und die Person zieht in die selbe Richtung wieder davon. Eine dunkle Person mit rotem Shirt, wie man ganz kurz sieht. Wir also wie angestochen in die selbe Richtung gerannt und nach roten T-Shirts Aussicht gehalten. Natürlich gibt es an einem überfülltem Strand nicht nur ein Shirt in dieser Farbe. Allerdings finden wir eine verdächtige Person mit eben diesem Shirt und einem Plastikbeutel in der Hand. Könnte doch sein. So setzten wir also an zur Verfolgungsjagd.

Um aber dann was zu machen? “Hey, du hast uns beklaut, zeig uns den Beutel!” Ja genau, hätte er bestimmt auch freiwillig gemacht: “Sorry, wollte ich nicht, hier!” Dumme Idee irgendwie, wir drehen wieder um und gehen lieber den actionärmeren aber dafür offizielleren Weg – zur Polizei. Laaaang und Laaaangweilig. Diese begleitet uns recht unmotiviert zurück zum Hostel und begutachtet die selben Videos, die auch ich vorher schon durchschaute. Nichts. Sie sehen einfach nichts. Ich weisse sie auf die bestimmten Stellen hin, dennoch kann ich keine Aktion ihrerseits erkennen. In Hollywood wäre jetzt ein Grossangebot an Fusspersonal und Hubschraubern gestartet um das “rote Shirt” zu stellen. Aber hier, nichts. Rein gar nichts.

Mit der museeumsreifsten Schreibmaschine nehmen wir noch kurz in Superzeitlupe unsere Anzeige auf, das wars. Hat sich besonders gelohnt, da wir am nächsten Tag in der offiziellen Polizeidienststelle den haargenau selben Tathergang noch einmal aufzählen mussten und dabei auch noch die 2 Stunden dauernde Siesta gestört hatten. Egal, wenigstens hatten wir eine offizielle Polizeinummer, was auch immer uns diese bringen wird.

Der eigentliche Grund zum Besuch in Taganga, das Tauchen, war dann aber dennoch recht hübsch. Nur eben durch den Einbruch nicht mehr ganz so billig wie erhofft. Und ausserdem noch dazu, meine GoPro entscheidet plötzlich ca. 1 Meter unter dem Wasser, dass sie doch nicht mehr 60 Meter wasserdicht zu sein möchte. Adios, du treuer Gefährte.

 

colombia 15Aus der Ferne sieht Taganga ja recht paradiesisch aus, aus der Nähe ist es dann eher ein Paradies für Langfinger.dcim104goprodcim104goprodcim104goprodcim104goproDas ALLER LETZTE Foto meiner GoPro. Danach war Sense. Man kann ja nicht wissen, dass eine Kamera mit 60 Meter Wassertiefe bei 2 Metern bereits den Geist aufgibt, oder?

 


 

Stefan

Stefan

Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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