Kolumbien – der Norden

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Cartagena

Während des ganzen Wartens auf das Eintreffen des riesigen Containerschiffes in Kolumbien hatten wir ein paar Tage Zeit Cartagena auszuchecken. Ganz hübsch, sehr sogar, aber auch unglaublich touristisch. Ist ja immer so eine Frage: Ist eine Stadt von selbst so unglaublich schön und zieht sie deshalb so unglaublich viele Touristen an oder sind es die ganzen Touristen mit ihrem Geld, die der Stadt ordentlich beim Instandhalten helfen und schön aussehen lassen, was wiederum noch mehr Touristen anzieht. Ein (Teufels)kreis?!

Die Stadt an sich ist aber wirklich recht süss. Geprägt von einer riesen Festung und umgeben von der alten Stadtmauer reihen sich kleine niedliche Gässchen aneiander. Für sich allein hat man sie dabei leider kaum. Cartagena ist vollgepumpt mit Menschen. Touristen vornämlich. Ein Lokaler könnte sich im Zentrum ein Bierchen auch gar nicht mehr leisten (wir auch kaum). Ganz hübsch trotzdem mit vielen toll eingerichteten Cafes und Bars. Mit unserer Containergang hausierten wir an forderster Front direkt am Strand in einer grossen luftigen AirBnB Wohnung. 

Als wir jedoch Morrie wieder hatten hielt es uns dennoch keine Sekunde länger und wir zogen wieder in unserer “casa rodante” ein. Weiter ging es entlang der Nordküste, hatten wir doch noch jede Menge Zeit zum “totschlagen”. Der Karneval von Barranquilla am Ende des Monats stand auf dem Plan. Der nach Rio de Janeiro grösste und farbenprächtigste Fasching der Welt. Das kann man sich einfach nicht entgehen lassen, auch wenn es fast noch 3 Wochen sind. Ui ui ui, müssen wir wohl ein wenig auf die Bremse beim Reisen treten, das können wir doch so gut ;)

 

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Nordküste

Auf der Fahrt zu unseren ersten Traumstränden hatten wir kurz das schlammige Vergnügen, in einem Vulkan “baden” gehen zu können. Oder besser, schweben zu können. Der Minivulkan ist mit relativ dichtem grauen Schlamm gefüllt, in welchem es schlicht unmöglich war unterzugehen.

So treibt man hier wie im Totenmeer und lässt seine Beine baumeln. Nur nicht zu tief, denn hier unten wir es ziemlich kühl und arg merkwürdig. So richtig vorstellen, was hier alles rumkriecht und fleucht möchte man sich dabei nicht. Als wir ankamen waren noch ein paar andere Touristen anwesend, die alle von einem Schlammschamanen massiert wurden. Als er ohne Aufforderung auch an meinem Rücken anfing seine Finger zu verbiegen wurde es jedoch kurz zu intim. Nein Danke und weg waren sie. Von hier an hatten wir das Schlammerlebnis für uns alleine, was wir mit Kriegsbemalung auch ausgiebigst genossen.

 

colombia 9 colombia 10 colombia 11 colombia 12colombia 13Nachtversion ohne Touris. Superschön.colombia 14Tagversion mit Tourischlangen. Und wir schon wieder am schadenfreudigen abhauen. 

 

Costeño Beach

Mit Tim und Nico, die wir während unseres Containermarathons kennengelernt hatten, verbrachten wir nun ein paar schöne Tage am Strand. Tages-To-Do`s: Surfen, Chillen, Grillen, was man halt so macht an einem fast menschenleeren Strand.

Aus der Idee, wir hängen hier einfach ein paar Tage kostenlos ab, wurde aber nach dem dritten nicht mehr viel. Wie immer beansprucht natürlich ein aus dem Nirgendwo auftauchender Lokaler den Abschnitt für sich. Gegen Bares sollte es laut ihm kein Problem sein noch ein wenig länger zu bleiben. Die Polizisten sahen dies am nächsten Tag allerdings ein wenig anders, da dieser sogenannte Besitzer keine Grundlage hatte an diesem Strand Geld einzusammeln. Wir waren witzigerweise fein raus, da wir ja schliesslich “offiziell” bezahlt hatten ;)

Der Vermieter fande die ganze Aktion nicht wirklich witzig und bestrafte uns von nun an mit Todesblicken.

 

colombia 16 colombia 17Wie man sich Van-Life eben vorstellt.
colombia 18Life can be sooooo beautiful…colombia 19 colombia 20 colombia 21Unser kleines Zuhause für einige Tage. 
colombia 22Fettes Fisch-Essen mit den Jungs.colombia 23 colombia 24

 

Palomino Beach

Es ging direkt weiter nach Palomino, jetzt wieder alleine. Zumindest für eine Nacht. Denn hier trafen wir auf unsere spanischen Freunde Emy und Jorge wieder, die wir vor über 9 Monaten auf Kuba getroffen hatten und jetzt – was es nicht für krasse Zufälle gibt – auf ein und demselben Containerschiff nach Kolumbien unsere Autos verschifften und mit ihnen die komplette Aus- und Einreise Prozedur durchliefen.

Mit den Spaniern liessen wir uns bald an einem Fluss knapp ausserhalb von Palomino nieder, da die Stadt doch ein wenig zu überlaufen und eng war um 2 grössere Vans tagelang parken zu können. So war ab jetzt der Fluss für eine Woche unser Zuhause. Zwar hatten wir tagsüber immer mal ein paar Besucher, spätestens mit Sonnenuntergang war aber wieder alles unser.

Eine kurze Wanderung zu den im Dschungel lebenden indigenen Kunas war noch das anstrengendste dieser Woche. Ansonsten auch hier: hart chillen und lecker kochen. Da aber auch absolutes Nichtstun stark trainiert werden muss und irgendwann zu “nichtstunlich” wirkt, zogen wir weiter nach Taganga, unserer kleinen Trumpfkarte um doch irgendwie in den geschlossenen Nationalpark “Tairona” zu gelangen. Dummerweise wird nämlich genau im Januar der komplette Park geschlossen um ihn von bösen “Touristengeistern” und Müll zu befreien, was eine starke Idee ist. Aber mit einem geführten Tauchtrip via Boot in den Park hinein sollte es noch möglich sein. Da Taganga auch bekannt dafür ist einer der preiswertesten Tauchspots der Welt (!!) zu sein hört sich diese Idee recht schlüssig an.

 

colombia 25colombia 26 colombia 27 colombia 28colombia 29barranquilla 1Revier markiert. colombia 30Home Sweet Home für eine Woche. 

 


 

Stefan

Stefan

Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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