Kuba – Teil 2 – von Santiago de Cuba zurück nach Havanna

kuba route2

 

Nachdem wir es in Teil 1 unserer Kuba Rundreise mit Überschallgeschwindigkeit im “Polarexpress” von Havanna nach Santiago de Cuba geschafft hatten, ging es nun weiter von dort in Richtung Baracoa. Dabei fahren wir auch durch Guantanamo, wo noch immer die berühmt berüchtigte US Base mit gleichem Namen angesiedelt ist (überhaupt krass, dass sich nach über 100 Jahren die USA noch immer das Recht heraus nehmen können hier auf ihr Stückchen Land zu bestehen – aber anderes Thema). Nach Baracoa fahren wir über Holguin weiter nach Camagüey, Trinidad, Viñales und abschliessend wieder zurück nach Havanna, von wo aus unser Flieger wieder zurück nach Cancun geht.

 

Baracoa 

Während Baracoa (knapp 80.000 Einwohner) zu einer der ältesten Städte auf Kuba zählt, gehört die Strasse dorthin (erbaut erst um 1960) definitiv zu einer der schönsten im ganzen Land. In knapp 5 Stunden fährt man hier durch steinigste Lavaküste, hin zu steiler Hügellandschaft mit undurchdringlichem Dschungel mit wunderschönen Aussichten auf Baracoa und die Honigbucht.

In Baracoa kommen wir für drei Nächste bei Enrique unter, einem Casa Besitzer der endlich mal wieder Wert auf guten Service legt und uns versucht das Leben so einfach wie möglich zu machen. Die Stadt an sich ist recht süss, überraschend klein und leicht zu erlaufen und bietet natürlich auch wieder jede Menge Pesos Pizza für den kubanischen Gourmetmagen.

Von hier unternehmen wir eine Tagestour zum Yumuri Canyon (ja, ich weiss, sooo touristisch!), wo wir auch an einer Schokoladenplantage vorbei kommen (mmmhhhhhhh). Von dort geht es direkt weiter zu einem Boot, was uns ganze 150 Meter über das Wasser in den Canyon fährt (starke Leistung, Herr Kapitän). Das erfrischende Wasser kommt gerade recht, da die Temperaturen schon wieder auf die 30 Grad zu rasen. 

 

kuba 56Eine der der wenigen Pullerpausen mit tollem Blick auf die Honigsbucht (die Pause war aber wohl weniger unserem natürlichem Trieb geschuldet sondern vielmehr den wartenden Verkäufern von leckeren Kokos Naschereien).kuba 57Baracoa, süss und beschaulich.kuba nachtrag 9Warten auf das Abendbrot.kuba 58Kakaofrüchte.kuba 59Kakaoplantage.kuba 60Wächter des Schokoladenschatzes.kuba 61Nana an der Schokipresse.kuba 62Schokolade in verschiedenen Formen als Riegel, Praline und gut aufbewahrbare Riesenkugel.kuba nachtrag 10kuba 63Boca de Yumurí.kuba 64 kuba 65Für ganze 150 Meter ist man hier auf dieses gemietete Wassertaxi angewiesen, dass dank der äusserst kurzen Paddelschläge des Kollegen die Überfahrt unnötig in die Länge zog und seine Arbeit dabei weitaus bestaunender erscheinen liess (durchschaut!). kuba nachtrag 11kuba 66Flussüberquerung durch knietiefes angenehmm kühles Wasser.kuba 67Recyclete Palme.kuba 68Waschtag.kuba 69Paso de los Alemanes – Tunnel der Deutschen.
kuba nachtrag 12Immer wieder interssant zu sehen, wie sich die Natur den äusseren Bedingungen anpassen kann. Das Wurzelwerk dieses Baumes war flachgedrückt wie eine Flunder um sich an jede noch so kleine Felskante zu krallen. Nana hat sich das ganze mal aus der Nähe angeschaut.kuba 71 kuba 72 kuba 73Dieser Platz war einfach unreal. Palmen, weicher Teppichrasen, Vulkanstrand, El Yunque (der Trapezfelsen) im Hintergrund.kuba 74Durch unsere ganzen Erfahrungen und Missgeschicke bisher (siehe Blogeintrag “Kubanische Kurzgeschichten“) wussten wir bis zum Ende nicht, ob diese Kinder wirklich nur mit uns spielen wollten oder doch das ein oder anderer Geschäft mit unseren Dollarn machen wollten.kuba 75Barracoa und “La Terraza” bei Nacht. Von hier oben hatten wir einen ganz guten Blick auf die abendliche Tanz-Show des Restaurants.kuba 76Der Malecón von Baracoa.kuba 77Natürliche Poolbildung.kuba 78In diesem fast schon verotteten Stadium finden zwischen August bis maximal April die Spiele der heimischen Baseball Mannschaft statt. Zu unserem Zeitpunkt waren sie leider schon aus dem Wettbewerb ausgeschieden.barracoa stadiumGewonnen haben sie hingegen schon längst den Titel “Stadium mit grandiosester Lage”!
kuba 80Dieser Hund war einfach nur der Knaller. Verrückt nach einem alten Fahrradreifen tat er fast alles, um diesen wieder zwischen seine Zähne zu bekommen #superdogkuba 81So hing er auch hier minutenlang wie eine Pendeluhr während sein Kumpel das Geschehen vom Boden aus bebellte.kuba 82Als ich zu dem Strand kam war hier keine Menschenseele. Ich schlafe ein und erwache, als dutzende Kubaner ihre Siesta beendet hatten und nun auch den Strand und seine Wellen für sich fanden. Die Jungs hieren liebten das stundenlange Spiel mit den Wellen.kuba 83Kubanisches Wrestling am Strand.kuba 84Wer nicht wüsste, dass Baseball Kubas klare Nummer 1 ist, könnte dies glatt bezweifeln, da an jeder Ecke, selbst in den Wellen, Fussball gespielt wurde (erinnert übrigens ganz stark an eine Folge der “Kickers” als diese zu etwas anderen Trainingsmethoden greifen mussten um einen scheinbar übermächtigen Gegener bezwingen zu können).kuba 85 kuba 86So grandios wie der Schuss auch aussieht, so grandios ging er auch daneben ;)kuba 87 kuba 88Zurück in Baracoa und seinen bunten Wohneinheiten. Man weiss genau, welcher Hausbeitzer seine Wohnung mit dollarbringenden Touristen teilt.
 

Camagüey

Von Baracoa ging es wieder weiter mit dem Colectivo. Leider haben wir hier erstmals den Runterhandelkrieg “verloren” und nicht ganz unseren Willen bekommen. Dennoch war die Reise preislich ähnlich dem des Busses, der aufgrund seiner enormen größe allerdings über Santiago zurück fahren und somit 3-4 Stunden Umweg in Kauf nehmen muss. Allerdings war unser Zeitvorteil nach mehreren platten Reifen (1x der eigene, 1x nur Aushilfe) und mehreren Umstiegspausen in Moa und Holguin auch fast wieder aufgebraucht.

Mit 320.000 Einwohnern ist Camagüey (übrigens, geilster Stadtname ever!) dritt grösste Stadt von Kuba und bleibt dank ihrer verwinkelten Gassen und ihren mehr als erschwinglichen Cocktails und Steaks in bester Erinnerung. 10 Pesos für einen grandiosen Piña Colada, das sind 35 Cent!!! Das Bier ebenfalls für 10 Pesos. Das 600 Gramm “Steak” bestehend aus einem dünnen Steak gepaart mit Ei, einem weiteren dünnen Steak und einem Hühnchensteak kostet mit Reis und Salat ganze 2 Dollar. Top, kann man nicht meckern ;)

 

kuba 89 kuba 90 kuba 91Natürlich hgibt es auch hier, wie in JEDER Stadt Kubas, einen Plaza de la Revoluciòn.kuba 92Plaza San Juan de Dios mit seinen bunten Häuserchen.kuba 93Auch eine raffinierte Weise restaurationsbedürftige Häuser temporär für ein wenig Kunst zu nutzen.
 

Trinidad

Mit dem Viazul Nachtbus ging es unchristlich 2:45 Uhr weiter von Camagüey nach Trinidad um dort pünktlich kurz nach 7 Uhr am Morgen anzukommen. Keine 2 Sekunden nach Verlassen des Busses sehen wir uns umringt von zahlreichen Jiniteros, die nicht den geringsten Eindruck von morgendlicher Müdigkeit erkennen lassen. Wir behalten zwei besonders hartnäckige eine ganze Weile an der Backe, ehe sie ohne Umsatz von uns ablassen. Wir finden zwei nette Zimmer (mittlerweile sind wir zu viert – Luke, der Aussie, den wir bereits auf dem Weg von Baracoa nach Holguin im Taxi trafen, sass im Nachtbus wieder neben uns und wich bis zurück nach Havanna nicht mehr von unserer Seite) und haben ein paar entspannte Tage Zeit um die kleine UNESCO Stadt (73.000 Einwohner) und ihre Umgebung erkunden zu können. Trinidad ist neben Havanna DIE Touristenstadt schlechthin. Allerdings scheinen wir einen ganz guten Zeitpunkt erwischt zu haben, mehr Touris als auch anderswo kann ich nicht wirklich ausmachen.

Die Stadt und vorallem der Plaza Mayor sind echt süss und sehenswert. Ausserdem haben wir einen Ausflug zum Playa Ancón unternommen wo wir auf den Taxifahrten auch wieder unsere Handelskünste trainieren konnten (witzig ärgerlich sinnlos, wieviel Zeit manchmal dafür drauf geht um am Ende für einen Dollar weniger zu fahren, bei 4 Personen macht das auch schon ganze 25 Cent Ersparnis!).

 
kuba 94Skelett der Iglesia de Santa Ana.
kuba 95Schaukelstühle, Ventilator, ein uralter Fernseher und die kubanische Flagge – anzufinden in nahezu jedem Zuhause.kuba 96Durch den ganzen Touristenstrom steckt hier auch das Geld zur Restauration recht locker (gut zu sehen als den perfekt instand gehaltenen Casas).kuba 97 kuba 98Die Stufen am Plaza Mayor. Hier spilt abends die Musik, im wahrsten Sinne des Wortes. Jedoch auch hier nur gegen Eintritt. Freie Musik in Kuba, nahezu Fehlanzeige.kuba 99Iglesia de la Santisima Trinidad.kuba 100Plaza Mayor zur anderen Seite.kuba 101Playa Ancón, ein wirklich schöner Tagesausflug von Trinidad.
 
 

Viñales

Mit nur 27.000 Einwohner ist Viñales die mit Abstand kleinste Stadt auf unserer Reise. Davon sind gefühlte 26.898 Einwohner Casa Besitzer und tragen dicke fette Golduhren. Die restlichen 102 Einwohner sind entweder Taxifahrer, Höhlendiskobesitzer oder DJ (der neben seinem Laptop noch immer einen 13 Zoll Röhrenmonitor nutzt). Jedenfalls hat scheinbar jeder Einwohner direkt oder indirekt mit Touristen zu tun, verdienen somit ein Vielfaches des armen Durchschnittes und verhalten sich auch dementsprechend (aber dazu mehr bei den Kurzgeschichten). Viñales ist völlig übertouristisiert und wirkt auf mich völlig unecht und fake. ALLE neuerbauten Häuser sehen gleich aus, nur unterschieden durch ihre krellen Farbauswahlen, und dienen einzig der Unterbringung von geldbringenden Touristen. So schön wie die UNESCO ernannte Gegend um Viñales auch ist, so sehr ging mir der Ort an sich auf den Keks. Aber wir wollten es ja nicht anders und sind ja genau so gut Mitglied der Touristenbande.

 

kuba 102Che – noch immer überall und allgegenwärtig.kuba 103Ausserhalb von Viñales leben die Bauern noch in einfachen Strohhütten.kuba 104Papi auf seinem Pferd, mit 2 Km/h zu schnell für meine Auslösung.kuba 105Blick ins hintere Tal.
kuba 106Anbau von frischem Salat, eine wahre Seltenheit auf Kuba.kuba 107Ich: “Kann man den Berg hier besteigen?” Er: “Klar, nur ein bisschen gefährlich.” Was er damit meinte wurde mir schnell klar als ich mich durch dichtesten Dschungel, wo wirklich jede Ecke gleich aussieht, frass um anschliessend den mit Stechkakteen übersähten Aussichtsfelsen zu erklimmen. Aaaaaber, tolle Aussicht.kuba 108Auf dem Land war das Leben der Bauern echt noch sehr einfach.kuba 109Valle de Viñales. Ununglaublich schöne Aussichten, die einen direkt in “Ein Land vor unserer Zeit” versetzen. Fehlen nur noch die Langhalsdinosaurier an den Palmen knabbern.
kuba 111Abendstimmung im Tal.
 

Havanna

Mit dieser Abendstimmung vom Viñales Tal geht es nach 3 Tagen auch schon wieder zurück nach Havanna. Hier schliesst sich der grosse Kuba Kreis. Nach mehr als 2.500 Kilometern kommen wir wieder am Start unserer Reise an. Mit übergrossen Erwartungen sind wir nach Kuba gekommen. Wir wollten unbedingt noch das reale Kuba sehen, ehe diverse Embargos abgeschaffen werden und das Land von noch mehr Massentourismus überrannt oder unter grossen Konzernen aufgeteilt wird. Auf Grund der vielen Erlebnisse und Zwischenfälle bin ich mittlerwiele sehr zwiegespalten gegenüber dem Land. Zum einen sicherlich meine eigene Schuld, da ich unvorbereitet und ohne grosse Spanischkenntnisse angereist bin, was ein wirkliches Unterhalten mit Kubanern und Eintauchen in deren wahre Kultur fast unmöglich machte. Zum anderen gibt es aber die tausend kleinen Schweinehunde, die einem nur gegen Bares Informationen oder Nettigkeiten zukommen lassen. Und gerade der letzte Punkt wird in den kommenden Jahren noch viel viel extremer werden, was ich mir definitv nicht ansehen werde. Auf der anderen Seite, mit einem vernünftigen Spanischwortschatz kann dies schon wieder ganz anders aussehen und das Land eröffnet einem plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Ich weiss es nicht. Absolut zwiegespalten. Ausserdem, die Welt ist einfach viel zu gross als dass es nicht auch andere wunderschöne Inseln mit interessanter Kultur und Geschichte gibt.   

 

kuba 112Ein Bild, das so unglaublich typisch für Kuba ist. Buntgemalte Kolonialgebäude mit 50er Jahre Vintage Cars.kuba 113Kubas Flagge wehend im Museo de la Revolución.kuba 114 kuba 115Toller Innenhof. Natürlich nur gegen Eintritt betretbar.kuba 116Plaza de Armas mit seinen Unmengen an gebrauchten (Geschichts)Büchern über Kubas Helden.kuba 117Fast schon ein seltener Anblick, hätte ich viel viel mehr erwartet. Haben wir ja fast mehr Zigarre geraucht ;)kuba 118Strassenkinder konzentriert mit ihrem Spiel.kuba 119Ein letzter Blick aufs Capitolio.
kuba 120Massenandrang um die ersten Dreharbeitern zum neuen “Fast & Furious 8” zu sehen.kuba 121Und hier, ganz heiss und exklusiv, die ersten Bilder vom kommenden Fast & Furios 8. Erstmals wurde in Kuba gedreht, wir werden wohl einige kunterbunte und gepimpte 50er Jahre Kisten zu sehen bekommen. Achtung, im Hintergrund setzt Dominic Toretto gerade zu einem unglaublich abgefahrenen Überholmanöver an! Das muss man gesehen haben!

 


 

Stefan

Stefan

Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
Stefan

Latest posts by Stefan (see all)

Related Post



Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *