LA – Joshua Tree National Park

Die Insel liegt also hinter mir. Das schoene Wetter auch? Nein, keines Weges. Kaum in LA gelandet brennt die Sonne auch schon wieder. Nur anders. Man schwitzt nicht so schnell. Die Luftfeuchtigkeit ist um ein Vielfaches geringer. Eine trockene Hitze. Mit der deutschen Puenktlichkeit ist bei Sandra (meiner deutschen Stadtfuehrerin, die ich bereits aus fruehen Kindheitstagen kenne) nach einem Jahr Glanz und Glamour in LA nicht mehr viel her – also erst einmal warten. Danach ging es fuer ein kurzes Chillen an den beruehmten “Venice Beach”, wo die Beauties gerne ihre braungebraeunten Oelkoerper beim Joggen praesentieren. Schon gewaltig welche Sandmassen hier herum liegen. Nicht nur dass der Strand scheinbar unendlich lang ist, er ist auch unglaublich breit. Ein Paradies fuer Sandburgenbauer ;)

 

Mit dem Untergang der Sonne haben wir uns auch schon wieder von der Stadt der Engel verabschiedet und uns auf die beschwerliche Umwegsreise (wieso ist MapQuest eigentlich so ungenau??? Oder besser: warum waren wir eigentlich so ungenau beim Ablesen von MapQuest???) in den knapp 3 Stunden entfernten “Joshua Tree National Park” gemacht. Dort sind wir dann gegen 22 Uhr in absoluter Dunkelheit angekommen. Angekommen im scheinbar Nirgendwo. Dunkelheit wie man sie selten sieht. Das naechste Licht ist meilenweit entfernt. Die naechsten Menschen leider nicht, aber auf die Groesse des Campingplatzes bezogen haben sich unsere Nachbarn doch recht gut verlaufen. Jeder Stellplatz hat ordentlich Platz und Privatsphaere, eine eigene Feuerstelle und genuegend Natur pur. Nicht umsonst nennt sich dieses abgelegene Fleckchen Erde “Hidden Valley”. Wo wir unser Zelt eigentlich aufgebaut hatten konnten wir nicht so richtig erkennen – war ja dunkel. Zum Grillen von leckerem Huehnchen, Rind und Folienkartoffeln hat es aber allemal gereicht.

 

Kaum 10 Minuten nach Errichtung des Zeltes hoerten wir auf einmal ein jaemmerliches lautes Geheule – Kojoten. Und das gar nicht mal so weit entfernt. Leider haben sich irgendwelche Daemlacke einen wahnsinnig witzigen Spass daraus gemacht dieses Geheul mit ihren brechlichen Stimmchen zu immitieren. Laecherlich. Gut aber andererseits, dass sich dadurch die echten Kojoten wiederum angestachelt sahen zu antworten. Das wiederum war witzig ;)

Puenktlich mit dem Aufgang der Sonne ging auch mein Gemuet wieder auf. Ich verliess das Zelt, erkletterte den naechstgelegenen Felsen (noch immer in Schlafmontur ;) und konnte endlich erkennen, wo wir uns eigentlich so richtig befanden…

 
 
Unser Heim, inmitten von Wueste, Felsen und Bueschchen.
  
Steine ueber…
 

…Steine. Wo das Auge hinschaut.
 

Die “Orangene Stunde” am fruehen Morgen.
 

Der dem Park seinen Namen gebende Joshua Baum.
 
 

Da wir nur diesen einen vollen Tag Zeit zum Erkunden hatten vergammelten wir erst gar nicht den ganzen Morgen, sondern machten uns als erstes gleich zum “Key Point” auf, einem wunderbaren Aussichtspunkt in ca. 1600 Meter Hoehe. Hoert sich jetzt fast hoeher an als es in Wirklichkeit war. Aber der gesamte Park ruht bereits auf einer recht hohen Grundanhoehung.

 


Unsere neuen Freunde fuer die naechste Stunde – mutige, sprunggewaltige, fast schon freche und hinterlistige Hoernchen.


Mit Hilfe der im Hintergrund liegenden Weintraube aus ihrem Versteck gelockt. Als wir uns ein paar Meter vom Mittagessen entfernten naeherten sich die kleinen Stehaufmaennchen sofort, guckten kurz und sprangen (!!!) auf die locker 10x so hohe Bank wie ihre eigentliche Koerperhoehe im ausgetsreckten Zustand entspricht. Wow.


Panorama vom Key Point. Ganz im Hintergrund vor der Bergkette liegt “Palm Springs”, eine Stadt inmitten der Wueste, die 130 (!!!!!!!!!) Golfplaetze beheimatet. Sinnlos, wer macht sowas?
 

Befreiender Blick ins Palm Springs Valley.
 

Meilenweit faehrt man auf einer einsamen Strasse mit 50 KM/H Beschraenkung an diesen nur fuer diesen Park typischen Baeumen vorbei.
 

“The Skull” – der Schaedelfelsen. Erinnert mich irgendwie an die amerikanische Komoedie “Die Coneheads”.
 

Ein Kakteenpark, erstreckt sich ueber einige hundert Meter links und rechts der Strasse.
 

Auf die besondere Giftigkeit der Stacheln wird fuer lesbegabte und aufmerksame Menschen in extra grossen Buchstaben hingewiessen. Jedoch kam uns natuerlich ein erwachsener Mensch humpelnd entgegen, der richtig breit reingelatscht war. Aua!
 

Auch dieser Depp konnte scheinbar nicht lesen. Tzzzzz!

 
 

“Cottonwood Spring” war der naechste Campingplatz. Von hier war es nur noch ein Katzensprung zum naechsten Walk, dem “Mastodon Peak”. Ein kurzer aber recht steiler Track fuehrte uns aus einer Oase durch wuestige Wueste hinauf auf den 1027 Meter hohen Gipfel.

 


Witzige dickbewucherte Palmen zieren die Oase inmitten der Wueste.
 

Kaum ein Durchkommen – aber guter Regenschutz. Wenn es Mal Regnen wuerde ;)
 

Schon fantastisch wie inmitten dieser steinigen Wueste ploetzlich dieser gruene Fleck herausragt.
 

Finde den Fehler (Tip: normalerweise alles gelb, staubig, sandig, steinig, felsig)!
 

Und noch einmal – hat bestimmt dem einen oder anderen wagemutigen Wuestendurchquerer in Annodazumal das Leben gerettet.
 

Umfrage: Schildkroete mit Blick nach Vorne oder liegender Mensch mit Blick nach Oben?
 

Aufstieg zur Spitze.
 

Der gespaltene Stein, hatte mich sofort an den gespaltenen Apfel im “Abel Tasman” in NZ erinnert.
 

Steinpanorama vom Gipfel – ganz im Hintergrund ist in 35 Meilen jede Menge Wasser zu erkennen.
 

Zeit fuer Eigenportraits muss immer sein.
 

Beine hoch, Blick gerade aus…Geniessen ist angesagt. Oder auch Ausruhen. Viel mehr kann man bei 32 Grad auch nicht machen.
 

So viel zum Thema Selbstportait ;)))
 

Manche moegen sagen: “Mh, was will der Messing eigentlich, ist doch alles nur Stein!” Recht haben sie, ist tatsaechlich alles nur Stein. Aber einen besonderen Zauber haben auch diese. Besonders in der Morgens- und Abendstimmung. Dann wird es schlichtweg fantastisch.
 

Unser Zelt im Sonnenuntergang – kurze Zeit spaeter ist von der immensen Hitze des Tages nicht mehr viel zu spueren.
 

Nach nicht einmal 2 Tagen heisst es auch schon wieder Abschied nehmen.
 

Zurueck nach LA – vorbei an tausenden Windraedern: In der Wueste herrscht ein heisses Klima. Die Luft erwaermt sich schnell und steigt auf. Ein “Vakuum” entsteht, welches durch neue Luft wieder aufgefuellt werden muss. Diese kuehle Luft kommt vom Ozean, aus Richtung LA. Diese Luftumverteilung sorgt fuer einen kontinuierlichen Luftstrom und macht das Betreiben dieser Windanlagen wirtschaftlich.

 
 

Zurueck in LA bleibt wieder nicht viel Zeit. Sandras letzter Abend in den Staaten soll schliesslich gebuehrend gefeiert werden und ausklingen. Somit ging es nach Downtown in die Bar

 

“pɹɐpuɐʇs ǝɥʇ”

 

einer wunderbar auf dem Dach eines halbhohen Hochhauses liegende Bar, die von all den tollen hohen Hochhaeusern der Stadt umgeben ist. Wow wow wow. Man kommt dem Fahrstuhl hinauf, die Tuer oeffnet sich, man tritt hinaus und steht ploetzlich inmitten all der grossen bunten leuchtenden Gebaeude. Und kommt sich einfach nur noch klein vor. Aber nicht unbedeutend, denn irgendwie fuehlt man sich hier nahe Hoolywood schon ein wenig bedeutend, vorallem wenn man die Preise an der Bar erschreckend zur Kenntnis nimmt. So trinkt man aber wenigstens weniger und konzentriert sich eher auf das Wesentliche – dem Tanzen auf dem Dach der Welt – neben seinen grossen Freunden, den Hochhaeusern.

 

 


Wasserbetten in Huelle und Fuelle fuer die Tanzermuedeten.
 

Auch eine Erfrischung der anderen Art waere hier moeglich gewesen.
 

Pool mit Blick auf Downtown (hat von euch jemand die Topmodells Folge gesehn, wo sie auch an einem Pool neben Hochhaeusern laufen mussten???)
 

Der groesste Nachbar.
 

Dunkel wird es hier nicht so schnell – aber auch nicht zu spaet, zumindestens was die Barschliessungszeiten angeht. 1:15 ging die Musik aus, 1:45 wurden wir bereits freundlich mit unseren halbvollen Glaesern hinaus befoerdert.
 

Downtown im Panorama.

 
 

Was fuer zwei erste Tage in Los Angeles und Umgebung. Halbzeit. Mal gespannt was die naechsten beiden bringen. Ich melde mich.

Euer
Ami-Stefan

 


 

 

 

Stefan

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Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
Stefan

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2 responses to “LA – Joshua Tree National Park”

  1. Sören says:

    Sehr geile Bilderchen mal wieder *thumbs up* Zu deiner Umfrage:–> ich seh wirklich nur einen haufen Steine

    Bin auf die nächsten Blogeintrag gespannt!
    Gruß Sören

  2. Stefan says:

    der haufen steine stand leider nicht mit zur auswahl, herr w. aber so ist as nunmal mit den ingenieuren: immer nur sachlich bleiben, rational. kein blick fuer das abstrakte. kein losloesen der gedanken…schlimm ;(

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