Mallorca – Teil 1 – “von A bis H”

“Waaaaaas???? Mallorca ohne Ballermann, Alta? Wie soll das denn gehn…”
 
Wie das gehn soll?

7 Tage, 6 Naechte, 1 Auto, ein Fuchs und ein Kiwi, 1 Zelt (was nie benutzt wurde), 1 Sonne und gaaaaanz viel Interesse an Natur, Erholung, Chillen, Laufen, Trinken und Krackseln.

 
Ryan Air ist schon ein Thema fuer sich. Weiss man vorher auf was man sich einlaesst. Dass es jedoch so primitiv und unbequem plastisch wurde haette ich nicht ahnen koennen. Fehlende Einnahmen durch Ticketpreise werden eben durch Glueckspiel (ueber den Wolken scheinbar legal) egalisiert, was dazu fuehrt, dass 3/4 des Flugs ca. 5/6 der Besatzung und Mitreisenden damit beschaeftigt sind ihre Rubbellose frei zu Rubbeln. Aehh jaa….
 
Nach der Landung (puh, das ganze Plaste hielt Stand) noch kurz zu Hertz (Amis sagen immer so witzig “Höörtzzz”) und das Auto abgeholt (nebst aufgequatscher Zusatzversicherung, welche sich waehrend der Reise allerdings als Gold erweisen sollte, nach der Reise zur Abgabe dann aber doch wieder als sinnloses Anhaengsel).
 
Naechstes Ziel (die Autoscheiben waren ganz sommer- und urlaubslike komplett runter gelassen) war einer der beiden Decathlon-Läden von Palma, welche zugleich Fluch und Segen der Outdoorsportler sind. Zum einen bekommt man in ihnen wirklich alles…ALLES…was man brauchen oder vergessen haben koennte (wie eben unsere Isomatten….jaaa…und der Ball zum Spielen) zu wahnsinnig “fairen” Preisen, zum Anderen ist aber auch alles…ALLES…wirklich keinen Cent mehr Wert, als die ohnehin wenigen Cent die man ueberhaupt dort laesst. Eigentlich perfekt fuer den Urlaub – kostet nichts, haelt genau die Zeit des Aufenthalts und am Ende muss man sich nicht einmal Sorgen oder Gedanken um ueberteuertes Zusatzgepaeck nach Hause machen weil man am Flughafen eh alles wieder weg schmeisst.
 
Nach dem Decathlon ging es nun die naechsten 6 Tage einmal schoen entgegen gesetzt der Uhr um die Insel.
 
 
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick.
 
 
Palma, oder im Allgemeinen Staedte mit Menschen und Co., waren wie gesagt nicht gerade hoch priorisiert angesetzt bei uns. Im Vorbeifahren wurden sie natuerlich trotzdem auch eines Blickes gewuerdigt…

 

Kaum vom “Highway” abgebogen erklaert sich ploetzlich ganz von Alleine, weshalb Mallorca bei Radlern als absolutes Paradies gilt. Lange, asphaltierte, gerade, flache und mit ein bisschen Glueck auch schattierte Strassen durch das Hinterland mit kaum Autoverkehr auf ihnen (uns einmal abgesehen).

 

Erster Halt – Cala Pi. In der Daemmerung angekommen heisst es jetzt unsere erste Unterkunft zu finden…doch das war auch garnicht so schwer. Ein bisschen Ausschauhalten hier, ein bisschen Kletterei da und schon…

 

…war unser erstes Schlafzimmer gefunden. Leider nutzen auch unzaehlige Muecken, Kaefer und anderes Zeuch was kriecht und fleucht die windstille Unterkunft…so dass dann mitten in der Nacht noch einmal fix umdisponiert werden musste…

 

…und Ta Taaaa – Wind, Wasser, Wellen, brechende Wellen und die liebe Sonne am fruehen Morgen. Die nervigen Insekten waren wie vom Winde verweht ;)
 
 
Wasserfarben, an denen man sich kaum satt sehen kann…und auch nicht konnte – ging ja garnicht, denn sie verfolgten uns von nun an als stetiger Begleiter.

 

Da kann man schonmal vor Freude in die Luft huepfen…

 

Unzaehlige Wasser-/Seitenarme fuehren zu den unterschiedlichsten Buchten (ob gross ob klein, touristisch bekannt oder voelliger Insider, schmal oder dick – nur in einem waren sie sich alle einig – klares perfekt blaugruenes Wasser).

 

Am Ende der Bucht dann der Strand. Je kleiner die Bucht, desto groesser der Anteil an Nichttouristen. Die “Homies” wissen halt wos am Schoensten ist!

 

Ein famoser Strand, karibisches Flair, das eventuell schon bald durch einen Betonklotz = Hotel verschandelt werden soll. Die Anwohner laufen Sturm, auch Externe sollten dies nicht freiwillig wollen!
 
 
Naechster Anlaufpunkt war “Es Pontas”. Noch nie gehoert? Ich auch nicht. Vorher. Dann aber in Chris Sharmas Film “King Lines” diesen wunderschoenen Steinbogen gesehen und sofort mit auf die Must-see Liste von Mallorca geschrieben. Gott sei Dank…unbedingt sehenswert! Und direkt nebenan auch unbedingt schlafenswert. Wenn man mit dem Geruch von frischem Marihuana am fruehen Morgen aus dem Nachbarzelt leben kann ein wunderbares Fleckchen Erde um den Tag zu beginnen.
 
 
Stein oder Sein…
 
 
Erstmal die gute Aussicht geniessen… ;)
 
 
Halt, das war ja das Bild mit der Aussicht geniessen!

 

Zum Glueck waren hier gut die Steine im nicht allzu tiefem Wasser zu sehen…sonst haette man schnell auf dumme (Sprung-) Gedanken kommen koennen.  

 

Was muss hier ein Haus mit diesem Ausblick kosten??!??!

 

Sonnenkinder.

 

Gefunden.

 

Es Pontas am Abend.

 

2. Schlafzimmer. Yoga am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Und bringt neue Rueckenschmerzen ;)

 

*Schnaaaaaaarch*

 

Blau Blau Blau…

 

Es Pontas am Morgen – sowas von unklar wie Herr Sharma erst den inneren Bogen beklettern und dann komplett Aufsteigen konnte. U N K L A R ! Aber seht selbst…
 
 

 

Dann ging es weiter entgegen der Uhr und durch das Land, entlang der unzaehligen Steinmauern.

 
 
Eine Doppelbucht zum Wohlfuehlen.

 

Sonne Sonne Sonne…und Blau.

 

Muuuuaahhhhh….

 

Wilson war natuerlich auch am Start und bestens vor der miesen Sonne geschuetzt.

 

Wieder eine der unzaehligen krass blauen Buchten irgendwo unterwegs.

 

Typisch – NULL Sonnenschutz fuer die Eingeborenen.
 
 
Dann ging es weiter zum naechsten Punkt, den “Cuevas del Drach”. Dass Sie touristisch abartig sein werden war uns voellig klar. In JEDEM, aber auch wirklich JEDEM Reisefuehrer wurden sie den Massentouristen waermstens empfohlen. Kann ja nur voellig ueberladen sein. Aetzend. Eng. Voll. Nervig. Laut. Menschig. Jedoch machten die vorab gesehenen Fotos schon ein wenig neugierig. Also doch ueber den eigenen Schatten gesprungen und hin zur Hoehle des Drachen. Was wir dann aber vor Ort sahen uebertraf selbst die pessimistischten Annahmen noch bei Weitem. Um Laengen. Wie auch immer…uebertraf es sehr. Allein der unglaublich weitraeumige Parkplatz liess Schlimmes erahnen. Und so kam es dann auch. Menschen Menschen Menschen, die direkt von ihren Super-Duper-Mega-All-All-And-Everything-Included Hotels per Bus (ja Bus, und damit meine ich nicht einen kleinen suessen 9-Sitzer sondern eher diese doppelstoeckigen mehrgliedrigen Busungeheuer, die eine schier unendliche Menschenkette entladen koennen) direkt in den Eingang der Hoehle gefahren werden (am liebsten wuerden die Busse ihre fetten Touris ja in die Hoehle, durch die Hoehle und direkt hinten wieder aus der Hoehle befoerdern – leider…boese boese Mutter Natur, wie konntest du auch nur…war dann der Steineingang doch zu schmal hierfuer). 
 
Dort am Eingang dann ein dickes schwitziges Menschenknaeul, das, wie koennte es auch anders sein, natuerlich absolut gleichzeit durch die schmalen Tueren treten wollte, sobald diese sich geoeffnet hatten. Am Besten ALLE gleichzeitig…dann wird das bestimmt was. Schoen schieben und druecken und draengeln. Keine Ruecksicht auf Kinder mit Eis und deren Kuscheltieren (muessen natuerlich auch unbedingt mit hinein) und einfach immer weiter die Ellenbogen einsetzen. Als dann alle drinnen waren…ach was, haben doch alle rein gepasst…erstaunlich…schlaengelt sich die unendliche Schlange den perfekt ausgebauten Wegen (natuerlich total natuerlich belassen) in den Schlund des Drachen. Was dann aber zu sehen war hat die 11 Euro und den Aufwand mehr als ertragbar gemacht…die Hoehle ist einfach unglaublich…
 
 
Unzaehlige Stalagniten und -titen, die durch indirekte Beleuchtung noch bewunderswerter wurden.

 

Tropfsteinhoehle par excellence.

 

Der wohl groesste unterirdische See Europas. Die hier stattfindenden Konzerte klingen akkustisch absolut hervorragend – ein kurzer Beweis war bei unserem horrenden Eintrittspreis sogar “inklusive”. Nach einer kurzen Bootsfahrt ging es dann direkt wieder ins beissend helle Tageslicht zurueck.
 
 
Weiter ging es in den Norden Richtung Cap Formentor nach Port de Pollenca. Hier trafen wir, Caro und Stefan, auf die Auswanderer Caro und Stefan, die auf Mallorca einen Outdoor-Verleih-Laden aufgemacht haben und scheinbar den Traum vieler Menschen leben…
Am Abend  noch kurz den wenig ueberzeugenden und zweifelhaften Sieg der Deutschen gegen Portugal beim Paella-Essen “bewundert”, ehe es nach kurzem Verdauungsspaziergang wieder in die Heia ging.
 
 
3. Schlafzimmer neben einem sehr fremdurinal mueffelnden Busch ;)

 

Fruehmorgendliche Wolken laden zum Nacktbaden ein…

 

Steinmaennchen weisen den Weg auf den lokal hoechsten Berg.

 

Schweisstreibend hart erkaempfter Panoramablick auf Port de Pollenca.

 

Sein Sonnenschutz wird auch immer besser ;)
Da ich es voellig verplant hatte mich mit Sonnencreme zu schuetzen, die Sonne aber schon wieder erbaermlich in die Haut stach, hielt ich beim Wandern und Klettern staendig mein Neuseelandhandtuch zwischen mich und Sonne. Wirkte perfekt und kuehlend, war zugleich aber sehr sehr hinderlich und muss fuer Aussenstehende sicherlich zum Schiessen ausgesehen haben. Kommt vom Berg jemand Zombi-like mit hervorgestreckten Armen halb verdurstet nach Wasser laechzend und Handtuch vor sich herhaltend herunter geschwankt…

 

Immer wieder perfekte Farben…

 

Ausblick auf das, was noch kommen soll…

 

…Cap de Formentor.

 

4. Schlafzimmer bei Caro und Stefan in Cala de Sant Vicenc auf deren Dachtereasse nach perfektem Fischgrillabend.
 
 
Beim Grillen kam eine sehr interessante Diskussion auf, die durch die immer wieder aufkommende Frage zustande kam, die Caro und Stefan immer und immer und immer wieder zu hoeren bekommen:
 
“Wie ist es eigentlich dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen???”
 
Haben die beiden ungefaehr schon 37483829924 mal gehoert, leider haben wir uns, unkreativ wie wir sind, auch mit in die lange Liste der Fragenden eingereit.
 
O-Ton und kurz zusammen gefasst: Wenn man, egal wo, nicht mehr Urlaub macht, sondern hart um jeden Kruemel Geld arbeiten muss, es also weit ueber den Begriff Hobby hinaus geht, ist es auch einfach kein Urlaub mehr. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. So ist es nun mal (leider). Kaum vorstellbar, aber war. Man gewoehnt sich an sein neues (Urlaubs-) Zuhause, nimmt es als eine Art neuen Standard war und der ganze Glanz dieser wunderbaren Umgebung verliert sich mehr und mehr bis es eben nichts anders mehr ist als “Standard”.
 
Das kann ich leider auch sehr schoen an mir selbst beobachten. Nutze ich im Urlaub, in fremder Umgebung , jede noch so freie Minute um raus zu kommen, um die neue Umgebung zu entdecken, zu bewandern, besteigen, beklettern…bin ich zu Hause einfach viel zu faul dafuer, obwohl Thueringen beileibe nicht langweilig und haesslich ist…ganz im Gegenteil.
 
Frueh am Morgen ging es natuerlich wieder sofort zum Meer, diesmal sogar um sich sportlich zu betun…
 
 
Noch haelt die Ruhe und Einsamkeit…wenige Stunden spaeter wird auch dieser Strand wieder hoffnungslos ueberfuellt sein.

 

KAJAKEN….

 

Von den beiden Spezialisten haben wir die interssantesten Punkte empfohlen bekommen…aber ueber dem Wasser…im Trockenen…das kann ja jeder…

 

…also ging es tief hinab…wo die Meerjungfrauen…

 

…und -maenner…

 

…unnatuerlich tanzend zu uns stossen…

 

Die dicke Steilwand vom Cap ragt unglaublich hoch (und steil…logisch) vor einem auf. Beim Ueberqueren aber kommt und kommt sie einfach nicht naeher…

 

Ahoi!

 

Eine komplett schwarze Hoehle nur erhellt durch die Wasserspiegelungen.

 

Huiiiiiii…

 

Blubb.

 

Kritische Blicke unter Wasser…
 
 
So endet der erste Teil des Urlaubs schneller als man denkt. Die Haelfte der Insel ist umrundet, der fette Inselbauch wurde erkundet und wunderbare Fleckchen entdeckt. Meist absolut menschenleer und nur fuer uns bestimmt…ganz allein, aber ab und an auch mal das typische Touristenleben. Muss auch mal sein.
 

¡Adiós!
euer Unterwasser-Kiwi

 


 

 

 

Stefan

Stefan

Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
Stefan

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2 responses to “Mallorca – Teil 1 – “von A bis H””

  1. Und? Es Pontas – Mal schnell erklettert?!
    Das macht mal richtig Lust auf Meer. Ich glaub ich muss mal wieder reisen…Schöne Bilder, ey!

  2. echt unglaublich. sieht so einfach aus…NICHT. die insel ist absolut empfehlenswert. du glaubst, du musst mal wieder reisen? ich hoer nur aegypten hier, jordanien da…london…hast bald 3 jahre zeit dein reiselustiges aerschchen nach CA zu bewegen ;)

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