Mexico City

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Wie angekündigt ging es aus den luftigen und sauerstofftechnich sehr angenehmen Höhen von Toluca direkt in das Smog verseuchte Mexiko City. 9 Millionen Einwohner, knapp 22 Millionen im Grossraum Mexiko City. Laut verschiedenen Webseiten die fünft größte Stadt der Welt (hinter Tokyo, New York, Sao Paulo und Seoul – Platz 2 bis 5 trennen ganze 400.00 Einwohner, bei den massigen Millionen fast schon vernachlässigbar).

CDMX! Keine Panik, nicht die Folge von zuviel Mezcal sondern Kurzform von “Ciudad de Mexico”. Eine der krassen Punkte auf unserer grossen Durchkreuzung hier. Beide waren wir sehr gespannt Mexico City. Genau so bekannt leider auch der unfassbare enorme Verkehr dieser Stadt! Und dieser erschliesst sich über hunderte von Meilen gefühlt. 

So stark, dass die Regierung das Verkehrsaufkommen versucht vehement zu regulieren indem immer nur bestimmte Auto-Kennzeichen an bestimmten Tagen fahren dürfen. Wir durften nicht Dienstag und Samstag ganztätig fahren und dass im gesamten DIstrict! Zudem auch tägliche erst nach 11 Uhr. Man könnte meinen, ganz smart, jedoch nicht wirklich. Denn was passiert, wenn man an einem Tag sein Auto aufgrund seines Kennzeichens nicht bewegen darf? Man holt sich einfach einen billigen Zweitwagen mit noch schlechteren Abgaswerten, um den an den “Verbotstagen fahren zu können! Smarte Response der Mexikaner…Drumherumgekommen und die Umweltaktivisten wieder ausgetrickst:) 

Man wird mehr und mehr sprachlos, was Smog und Dreck generell hier angeht. Grad für uns nach der puren Magie von Huasteca. Man bekommt ein wenig das Gefühl mit jedem Einatmen altert die eigene Lunge um 10 Jahre. Kein Wunder, bei der 5. meist-besiedelsten Stadt der Welt neben New York, Tokyo…. Zudem suchten wir uns natürlich (wie immer völlig unwissend) das “vollste Wochenede” aus, um Mexiko City zu besuchen, den Nationalfeiertag “Die de la Constitucion Mexicana”. War nicht ganz so clever….aber eben leider auch erst bekannt als wir schon mittendrin steckten, im Schlamassel (da wir ja immer bestens organisiert sind)

 

mexico city 1mexico city 4Mexico City Metropolitan Cathedral mexico city 5Plaza de la Constitución mexico city 2mexico city 3 mexico city 6Palacio de Bellas Artes

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5 volle Tage. Mexico City pur und intensiv entdeckt. Eine Stadt definiert von Lärm, Autos, Menschen, Smog, puren Smog, noch mehr Smog, bunten Farben, vibrantem, facettenreichem, interessantem Treiben, Tag und Nacht überall Essen an jeglichen Strassenecken. Und wenn nicht da, spätesten in der Metro, wo man von Süßigkeiten bis Fahrradklingeln in den Bahnwagons alles angeboten bekommt. Das Szenario läuft hierbei wie folgt ab: die Verkäufer legen einem die Produkte eigens in deine Hand, du schaust sie dir 1 Minute an und dann kommt er/sie zurück und sammelt das Geld ein. Und das alles muss geschehen bis die Bahn zur nächsten Station rollt. All das machen diese Leute den gaaaanzen Tag, springen von einem Bahnabteil zum Nächsten. So krass und so faszinierend zugleich. Doch gänzlich ist das Nahverkehrssystem in ganz Mexico City mega gut ausgebaut. Gerade mal 5 Pesos kostet eine Fahrt wohin auch immer, wie lang auch immer (desgween halten sich die “Metroverkäufer auch den lieben lanegn Tag untertagebau auf:)

 

mexico city 10old post office.mexico city 11 mexico city 13Treppe im Museo Nacional De Arte mexico city 12Monumento a la Revolución mexico city 15Basilica of Our Lady of Guadalupe. Hier kam vorige Woche der Papst auf kurzem Besuch in seinem Mobil vorbei geschossen – mit Sicherheit waren dann eins zwei mehr Personen auf diesem Platz.mexico city 14

 

 

 

In noch keiner Stadt ist mir Essen so präsent aufgefallen wie hier. Und wir reden hier von Mexico (da wo es IMMER Tacos und Co gibt). Strassenfood wo das Auge hinreicht. Von Restaurants, zu Cocina Economica, von kleinen Bistros zu kleinsten Straßenverkäufern, die gerade mal 3 Tacos im Angebot haben. Einfach nur permanenten Zugang zu Essen. Man muss sich kaum 5 Meter bewegen um an etwas Essbares heran zu kommen…unfassbar grosses Angebot. Und während Stefan nach 20 Fressständen nicht mehr hingucken kann und will bin ich noch immer jedesmal aufs Neue fasziniert wie “simple und altmodisch” auf kleinsten Raum mit Töpfen und Steinen als “Herd” gearbeitet wird.

Generell ist die mexikanische Küche ja weltweit bekannt fur ihre Vielfalt. Und dennoch kommt es am Ende gefühlt auf drei Zutaten zurück: Fleisch, Fleisch und Korn! Mal spicy, mal weniger. Und zudem super faszinierend mit welcher Leidenschaft und welchem Ideenreichtum alles mit einander zubereitet wird. Für mich hier ein absolutes Paradies, wenn auch für meine immer mal temporäre Vegetarierseite sehr schwer zu akzeptieren, wenn man am Ende sich nicht nur von Quesadillas ernähren will (gefaltete Tacos mit Käse…mal mit, mal ohne Gemüse). Zudem gibt es hier das Wort Vegetarier kaum. Ist noch nicht so angekommen. Wird gleich dem Verzicht von rotem Fleisch gesetzt, nicht aber dem heiligen Pollo (nein danke, ich esse kein Fleisch aber Huhn ist ok!?) was es hier noch wesentlich öfter als Rind und Schwein gibt. Und eins kann ich sagen…es sind keine happy Chicken! Soviel dazu. Aber Schluss damit, sonst verwende ich Herrn Messings Blog noch zu einer Art Podiumsdiskussion zwecks “Healthy Lifestyle”…lieber abrupter Umschwung zum Thema Lebendigkeit. Überall sind immer und zu jeder Zeit Hunderte von Menschen unterwegs. Essen, lachen, feiern und Mariachi Musik nonstop. Und doch so beflügelnd all die fröhlichen Gesichter zu sehen. Alles kommt zusammen. Alles lebt. Faszinierend zu beobachten. Teil zu sein. Leben pur. 

 

 

mexico city 16Die schwimmenden Gärten von Xochimilco.mexico city 18mexico city 17 mexico city 19Frida Kahlo mexico city 20

 

 

Sehr charakteristisch für Mexiko City sind natürlich auch die wunderschönen und sehr alten Museen, Kathedralen, Kirchen und Tempel. So interessant. Dabei durfte natürlich das Wahrzeichen der Stadt “Museo de Anthropologia” nicht fehlen. Eines der besten Museen (neben Te Papa in Neuseeland) welches wir bisher gesehen haben. Und so wunderschön aufbereitet. Daneben haben wir uns noch ein paar andere Museen zur Allgemeinbildung (hört hört) und unserem Kulturbewusstsein (hört hört hört) zugeführt, wobei wir wiedermal zugeben mussten, wenn es zu Malerei im Allgemeinen kommt, sind wir beide wohl eher die “Durchheizer”. Jedes Mal wieder gebe ich mich der Herausforderung hin, mich fesseln zu lassen, stundenlang auf ein Farbklecks zu starren, um zu erfragen, was wohl die Beweggründe für den Maler gewesen sind, dieses Werk gemalt zu haben. Doch nach genau 1 Minute hört es auf, ich laufe zum nächsten Bild. Und nach 10 weiteren – gescheiterten – Versuchen gebe ich auf. Ich gestehe mir ein, ok….es ist und bleibt anscheinend ein Fakt : ich bin kein Malereifan! 

Anders dagegen eben das Anthropologie Museum Ganze 6 Stunden haben wir dort verbracht. Und als Zeichen unserer so tiefen Konzentration kaum die Klimaanlagen bemerkt und für die nächsten 4 Tage am kränkeln gewesen….Der Historienliebe zu Liebe. Nachtrag Stefan: “Ich war nicht am kränkeln, ich war ARSCH krank!!” (im wahrsten Sinne des Wortes).

 

 

mexico city 21 mexico city 23 mexico city 22Kaugummibaum.mexico city 24

 

Ein von @dermessing gepostetes Video am

mexico city 26 mexico city 27 mexico city 28 mexico city 29 mexico city 30 mexico city 31 mexico city 32 mexico city 33 mexico city 34 mexico city 35Angel de la Independencia.

Ein bisschen mehr Kultur durfte es dann ganz spontan und umsonst auch noch geben. Auf einen der Hauptplätze im Centro Historico werden am Wochenende Stühle und Bänke aufgestellt um zeitgleiche Opern oder diverse andere Konzerte aus dem “Palacio de las Bellas Artes” live und open air auf Leinwänden zu übertragen. Voll schöne Idee. Und sämtlichste Leute lassen sich inspirieren. Nicht nur wahre Musikfreunde, nein auch Sparziergänger, Skater Boys, Jogger…alles verharrt fur einen Moment und schaut dem Spektakel zu. Selbst geklatscht wird nach den Akten. Bis einem das Gekreische dann doch auf den Senkel geht und man betäubt weiter zieht. (Nachtrag Stefan:)

Damit wir Mexiko City in diesem extrem intensiven Umfang mit 5 Tage Meilenlauf auch ohne Bedenken bzgl. unseres Autos genießen konnten, hatten wir wiedermal riessen Schwein. Roberto, unserer Guadalajara-Freund und Helfer, hatte es uns ermöglicht, seinen “personal-Driver” (!) in dessen Stammhotel zu bitten, uns für die Zeit einen sicheren Platz in der Hoteltiefgarage zu ergattern (keine Angst, die Abgase in der Tiefgarage waren frischeste Alpenluft gegenüber denen der Stadt). Somit hatten wir Parkplatz und Schlafplatz in Einem. Und endlich kein endloses Gedankenmachen wegen unserem Hab und Gut in einer doch sooo dicht besiedelten Grossstadt. Muchas Gracias mal wieder an unseren Helden der Stunde Roberto!!! Witz an der Geschichte war zudem, dass das Hotel in einer Einkaufsmall integriert war und wir somit nach Stadt auskundschaften oft in der Mall “abhingen” um ein bisschen Internet zu haben. Quasi, was würdest du tun, wenn du Nachts in einer Mall eingeschlossen wärst? Mit eigenem Kaffee irgendwo auf der Bank hocken und surfen:) Und so war es auch! Nach 5 Tagen kannten uns dementsprechend alle Securities und Reinigungspersonal der gesamten Mall. Mit jedem Tag mehr, wurde die Situation witziger. Denn von Schichtwechsel im Personal haben wir nicht so richtig was mitbekommen, wenn man den selben Gesichtern Guten Morgen und gleichzeitig auch wieder Gute Nacht sagen kann. Andere Arbeitsmoral eben. 

Und da wir so happy waren, über die Mgl überhaupt einen kostenfreien Schlafplatz in der Big City zu bekommen, stellte sich die Frage nach dem “Parkplatz” auch nicht….womit in Konsequenz wir ALLES vom Dach nehmen mussten, da Morrie mit Gepäck ca. 50 cm zu hoch war;) 

Als wir endlich fertig waren mit Grosstadtfeeling ging es (naturlich erst nach 11 Uhr) zum richtig interessanten Teil, den Teotihuacan Temple, charakterisiert durch die beiden grossen “Piramide del Sol” und “Piramide de la Luna”. Endlich realle Einblicke in mexikanische Geschichte. Super interessant. Phenomenal weit und massiv. Man sitz oben (nach gefühlten tausend Stufen) und erblickt all das Land mit Gedanken schweifend,  wie sich das Treiben wohl früher hier abgespielt hat. Einfach krass, was Menschenshand erbaut hat!

 

mexico city 38Pyramide der Sonne.mexico city 37 mexico city 40Pyramide des Mondes.mexico city 41 mexico city 42 mexico city 39 mexico city 44 mexico city 43

 

 

Noch ein Wort grafisches Bild zum Thema Sicherheit in Mexiko und Mexiko City, weil es ja IMMER wieder aufkommt. Mit Washington, Buffalo, Chicago, Philadelphia, Dallas und Boston waren wir bereits in Städten, die weit über Mexiko City und teilweise auch über dem Länderdurchschnitt von Mexiko-Land liegen und man sich währendessen nie Gedanken um seine Sicherheit gemacht hat. Auch Fragen alla “Wie könnt ihr nur, da werden doch ständig Menschen umgebracht und auch so ist es sau gefährlich” kamen nicht im Vorlauf.

 

mexico safer than usBild hier gefunden.

 


 

Stefan

Stefan

Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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