Mexiko – Baja California – San Felipe nach Mulegé

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Nach der ganzen Grenzübergangs– und Baja1000 Aufregung ging es auch direkt weiter. Unser erster Militär-Checkpoint stand an. “Militia 1000m“, “Militia 100m”. Quasi ohne weitere Ankündigung steht man plötzlich vor geladener Maschinenpistole und muss mit seinem gebrochenen Spanisch (was aktuell löchriger ist als ein extra löchriger Schweizerkäse) erklären wo man her kommt (von dort), wo man hin will (dort hin), wie es einem so geht (mui bien, wie immer) und wo man her kommt (alemania). Wenn die Jungs extra gut gelaunt sind darf man auch aussteigen und sie checken kurz unter der Sonnenblende und Schlafdecke ob man irgendwelche Waffen oder Drogen mit sich führt. Wenn jede Kontrolle so ausführlich ausgeführt wird wie unsere, dann muss ich mir keine Sorgen machen wie die ganzen Schmuggelwaren in die USA eingeführt werden. Top Jungs, aber uns ist es recht da sie uns nicht weiter auf die Nerven gehen und das ganze Prozedere nicht länger als 2 Minuten dauert. Extra Spass für die sicherlich oft gelangweilten Staatsdiener (weil mitten im Nirgendwo) kommt auf, wenn die wieder einmal zu kurzfristig angekündigte Kontrolle viel zu kurzfristig angekündigt wird und Caro nicht mehr die Chance bekommt eine angemessen lange Hose anzuziehen und den Jungs ihre nicht christlichen nackten Bikinibeine präsentiert. Wenigstens schliessen ihre Grinsegesichter auf genügend Gesprächsstoff für spätere Stunden.

 

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Nach San Felipe gelangen wir in das “Valle de Los Gigantes”, ein Tal mit riesigen Kakteen überzogen. Schade für den einsamen Kassierer-Amigo, dass das komplette Tal mit ihnen zugeflastert war und wir somit keinen Eintritt für seinen kleinen Garten zahlen mussten/wollten. Schon gigantisch, diese Giganten.

 

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Nach den Riesenkakteen haben wir “Puertecitos” auf dem Plan. Oder besser deren durch die Gezeiten gekühlten ´hot springs´, da Puertecitos als solches ansonsten nur einen sehr verlassenen amerikanischen Touristen Rückzugsort mit schönem Strand präsentiert. Da die dämlichen hot springs nirgends zu sehen waren und das Geisterdorf uns auch ansonsten nicht ganz geheuer war sind wir auch schon bald weiter gezogen.

Der nächste Streckenabschnitt wurde vom Beifahrer (= Caro Namen werden natürlich nicht genannt) im Reiseführer wohl etwas grob überflogen, da wir ansonsten von den anstehenden knapp 50 Kilometern ohne Asphalt gelesen hätten. Am Ende machte es aber auch keinen Unterschied, da unsere Kiste ja extra für solche Passagen ausgesucht wurde und somit auch keine weiteren Probleme hatte. Etwas bumpy halt, aber sehr witzig immer entlang der diesjährigen Baja1000 Strecke auf die es uns dann “ausversehen” mehrere Male verschlagen hat.

 

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Bahia de Los Angeles” als nächster Abschnitt. Dies sollte kein Tribut an das kalifornische Pendant sein (weil L.A. eh keiner leiden kann), sondern sah wohl in GoogleEarth mit vorgestreckter Insel und perfekt blauem Lagunenwasser interessanter aus als es tatsächlich war. Bis auf eine Tankstelle, ein Museum mit Walskelett und kurzem Bad im Meer gab es nichts. Leider haben wir erst hier festgestellt, dass es sich um eine astreine Einbahnstrasse handelt (kann man ja nicht vorher in der Karte erkennen) und somit hiess es somit genau derselben Strasse wieder zurück zu fahren (weil ich das ja so liebe). Wenigstens ging es durch wunderschönes Kakteenland. Tausende Hunderttausende Millionen von diesen riesen Kakteen und auch, ganz neu, behaarte Riesenmöhren (!!!), denen wohl nie verraten wurde, dass sie verkehrt herum im Boden stecken.

 

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So geil unser Timing in Ensenade für die Baja1000 noch war, so unglaublich schade und schlecht war es dann für “Guerrero Negro” und deren “Laguna Ojo de Liebre”, dem wohl weltbesten Ort um Grauwale beobachten zu können. Auf Grund der perfekt geschützten Lage bieten sie beste Bedingungen fürs Kalben und Grossziehen der jungen Wale über die Wintermonate. Ab dem 15. Dezember (ja, auch Wale richten sich natürlich nach dem menschlichen Kalender) werden tägliche Waltouren angeboten und die Statdt überschwemmt mit (meist amerikanischen und kanadischen) Touristen. Da wir trotzdem auf eine Glückssichtung hofften machten wir uns dennoch auf in Richtung Lagune (oder zu dem, was wir dachten wäre die Lagune) und sahen ganz nebenbei die kristallinen Salzbecken der ortansässigen Fabrik. Unglaublich schön anzusehen, gerade bei Sonnenuntergang.

 

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In “San Ignacio” der nächste Anlauf zum Walebeobachten (die zweitbeste Bucht in Baja), aber auch hier hält man sich strikt an den 15. Dezember, so dass wir am Ende unserer 90 Minuten offroad Tour zwar unzählige Pelikane bei ihrem Windspiel beobachten konnten aber eben keine Wale.

 

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Santa Rosalia” war dann mit 46.000 Einwohnern das erste Mal wieder so etwas wie Zivilisation. Hier waren die pastellfarbenen Häuser und die 1906 gegründete (kann auch 1907 gewesen sein, oder völlig wannanders) französische Bäckerei (deswegen wohl auch die vielen für Mexiko untypischen Hausfarben, da hier wohl lange französische Siedler vorherrschten, oder gründeten, mh, jetzt habe ich wohl etwas grob die Beschreibung zur Stadt überlesen…) die Highlights.

Eine knappe Stunde später verzaubert das mit 3.300 Einwohnern ungefähr wie Georgenthal so grosse “Mulegè” mit der “Misiòn Santa Rosalia de Mulegè”. Weniger ihr chrislticher Gedanke als ihre unglaubliche Hinterhof-Aussicht entlang des Fluss-Tales imponieren unglaublich. “Ein perfektes Ziel für einen Kajaktrip” könnte man denken. Gut nur, dass wir kurz mit dem Auto dem “Fluss” entlang gefahren sind, da dieser nach nicht einmal 2 Kilometern wieder verebbt. Wäre ein ziemlich kurzer Ausflug mit dem Kajak gewesen. Wer unser System auf dem Dachgepäckträger kennt – nicht Wert der Umstände.

 

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Kaum südlich von Mulegè startet die “Bahia Conceptiòn”, eine wunderschöne Bucht mit Traumziel-Potential. Allein die riesigen aneinandergereiten (wieder amerkanisch und kanadischen) RVs machen so manchen potentiellen Traumstrand wieder unansehnlich. Wir finden schliesslich einen fast verlassenen Strand in einer süssen Bucht mit ein paar Strohhütten. Angeblich kostet hier eine Nacht 100 Pesos (rund 6 Dollar), da jedoch der Geldeintreiber scheinbar auch recht faul war sind es für uns dann doch nur 100 Pesos für insgesamt 3 Nächste gewesen. Ein, dank Wind sehr viel anstrengender als erwarteter, Kajaktrip und anschliessende kullinarische Selbtverköstigung mit SELBSTGESUCHTEN und SELBSTGEÖFFNETEN Muscheln runden diese perfekten 3 Tage ab.

 

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PS: in Guerrero Negro treffen wir vor einem Restaurant, wo wir gerade deren Wifi stahlen, zufällig auf Peter (“Stehlt ihr hier gerade das Wifi?” – “Nein! Natürlich nicht”). Wie immer beim Traveln kommt eines zum anderen und jetzt sind wir auf dem Weg zu ihm in den südlichsten Zipfel von Baja wo wir bei ihm für ein paar Tage unterkommen können (mit Dusche, Wifi, eventuellem Haiwal-Ausflug und gutem Freund von ihm, der sich mal unsere kleinen Zylinderprobleme (Nummer 4 hat heute ein wenig rumgezickt) anschauen kann.

PPS: auf dem Weg in den Süden schauen wir natürlich auch noch bei Bajas drittbester Wal-Lagune vorbei, “Bahìa Magdalena”.

 

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Stefan

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Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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