Peru – Cordillera Huayhuash, purste Schönheit

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Lange Zeit hatten wir überlegt, ob wir VOR oder NACH unserem DE/USA Trip Machu Picchu machen sollten, da im November bekanntlich Regenzeit in Peru ist. Da wir aber beide unser Herz so in den Anden verloren hatten beschlossen wir, all die Zeit, die wir noch hatten, den Bergen zu widmen. Und alles was im November kommen sollte, sollte so geschehen. Sei es mit Regen oder nicht. Lass uns das HIER geniessen. JETZT.

Von unseren guten Freunden Bas und Lotte aus Holland hatten wir von dem Huayhuash Trek erfahren. Und seit wir die entsprechenden Bilder sahen, stand er ganz dick und fett auf der Liste. Und was für ein Trek es werden sollte. Unser beides absolutes Trekking-Highlight kann man fast sagen: die Cordillera Huayhush in 10 Tagen umrunden, sich auf einer Höhe von stets über 4.000 m und teilweise auch 5.000 m-Pässen bewegen. Absolut allein in der Wildnis.

Doch selbst auf dem Weg dahin entdeckten wir noch andere Naturschönheiten. Der immer kleiner schrumpfende Gletscher Pastorui und die nur auf dieser Höhe und in diesem harschen Klima wachsenden Kakteen namens Puya Raymondi.

 

huayhuash 1Puya Raymondi. Nur in Peru und Bolivien zwischen 3.000m-4.800m in den Anden zu finden.huayhuash 2Grosse Lollipops gab es en masse.  huayhuash 3Kurzen Blick unter den Gletscher und diese atemberaubende Höhle entdeckt. huayhuash 4

 

10 Tage Huayhuash

Nachdem wir von unserer Spielerei am Gletscher genug hatten, ging es nun endlich in die nächste Cordillera, Cordillera Huayhuash! Nach einer Ganztagsfahrt durch Canyons und Täler sind wir in Llamac (dem Startpunkt des Treks für Solowanderer wie uns) angekommen und suchten mal wieder einen netten Local auf, bei dem wir unseren Morrie seelenruhig parken konnten. Am nächsten Morgen besorgten wir noch die letzten notwendigen Dinge und machten uns auf unseren grossen 10 Tageshike.

 

huayhuash 8Und da ist sie, die Cordillera Huayhuash.   
huayhuash 6Auch bei Nacht ein Wahnsinns-Anblick. Und stets mit der Milchstrasse;)))

 

Mit unserem Tagesrhythmus von ca. 8 Uhr aufstehen und frühestücken, los hiken und bereits ab 5 Uhr wieder im Zelt liegen bis zum nächsten Tag 8 Uhr, da die Sonne eben so unglaublich früh unterging. Ja, viel viel Zeit im Zelt liegen und geniessen bedeutet eine Wanderung auf solch einer Höhe!

Aber man kommt definitiv auf seine 12 Stunden Schlaf :)

Was vor allem an diesem Trek so unglaublich gut war? Wir sind einfach 10 Tage um eine so unfassbar schöne Bergkette gewandert. Jeden Tag über einen anderen Pass hinüber und hinein in ein neues atemberaubendes Tal geprägt von Schneebergen, Gletscherseen und hier und da rumlungernden Eseln, Kühen und Llamas. Und mittendrin in der Prärie nur wir beide und unser Zelt. Einfach purer Wahnsinn. Purste Schönheit an Mutter Natur.

 

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Da wir an vielen Flüssen und Seen vorbeikamen war die Wasserversorgung kein Problem, da wir immer filtern konnten. Essen jedoch, mussten wir gut kalkulieren. Um euch mal ein kleinen Einblick zu geben, da wir oft die Frage bekommen:

Zum Frühstück gab es Oatmeal, welches ich vorab mit Macca Pulver, Cacao Pulver, Rosinen und anderen Nüssen und Co. vermischt hatte. Somit Top Einstieg in den Tag. Zum Mittag gab es die ersten 4 Tage Brötchen mit Käse (nicht wirklich zu empfehlende Gewichtsbombe fast ohne jeglichen Nährwert). Und Zwischendurch viele getrocknete Früchte, Nüsse-Allerlei und Schokocookies (ohne die krieg ich Stefan ja sonst nicht weiter;)

 

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Und zum Abendessen gab es hardcore 10 Tage lang Instant Nudeln ;)))
Ja genau die, denn superleicht, supereasy zu kochen und mit Möhren und Frühlingszwiebeln kann es zum Highlight des Tages werden :) Ist schon immer wieder super interessant, sich und seinen Körper bei solchen “extremeren Situationen” zu beobachten. Man hat für eine gewisse Zeit definitiv keinen Zugang zu Essen. Man weiss genau, wie man sich seinen Vorrat einzukalkuliern hat und mit mal so nebenbei Naschen, das geht eben nicht.

Und so schwierig es am Anfang auch ist sich keine zweite Portion holen zu können, so schnell gewöhnt sich der Körper und der fiesse Freund namens Appetit an die Situation und sind auf einmal völlig ok damit. Nach nur 3 Tagen weiss der Körper genau worauf er sich einzustellen hat und akzeptiert alles. Einfach Wahnsinn. Auch wenn die Freude am Essen durch immer wieder gleiches Angebot schwinden geht. Dann wird der Nahrungsgenuss eher zum Nahrungszweck.

 

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Und so wird aus dem anfänglich schweren Laufen und Tragen des gesamten Proviants irgendwann eine völlig normale Tatsache, dass man früh aufsteht, sein Zelt zusammenpackt, man den nächsten Pass bezwingt um von der Schönheit eines anderen Tals überwältigt zu werden. Und du kommst nur dahin, indem du deine eigenen Füsse bewegst, mit all deinem Proviant. Mit einmal werden aus den langen 10 Tagen super schnell vergangene 10 Tage und man befindet sich schon wieder auf dem Rückweg. Jetzt, wo man an den Punkt ist ruhig noch weiter laufen zu können. Nur jedoch eben ohne sämtlichen Proviant. Doch jetzt wäre der Körper an dem Punkt definitiv krass durchzuziehen, was ein super interessantes Projekt für die Zukunft wäre. Dann aber mit Proviantversorgung unterwegs. Wer weiss was kommen wird:)

 

huayhuash 13huayhuash 14Nach Tagen einsamen Wanderns trifft man plötzlich auf Indigene, welche in diesen harschen Bedigungen leben.huayhuash 15 Laguna Carhuacocha hat uns absolut umgehauen.huayhuash 16 huayhuash 17huayhuash 18 Yummi Fruehstueck an der Laguna.huayhuash 19huayhuash 20Hin und wieder gab es es auch mal gewaltige Flussüberquerungen:)huayhuash 22 “Tres Lagunas”. Einer DER Spots. Ohne Frage:) huayhuash 24 huayhuash 25 huayhuash 26Kleine Photosession musste her;)))

 

Und so gelangen wir nach 10 Tagen in der absoluten Wildniss an unser Luxuxmobil Morrie zurück, der während dieser Zeit ein absolutes Upgrade an Status quo für uns gewonnen hat. Ein Leben wieder, in dem man einkaufen gehen kann, wann und wie man will. Kochen kann, wann und wie oft man will. Soviel essen kann, wann und wieviel man will. Der pure Luxus eben unserer Welt.

Genau für solche Momente sind wir beide immer wieder so dankbar unseren Luxus, den wir haben allein im Auto zu leben, so wertschätzen zu können. So dankbar sein zu können. Und das Verlassen unserer geschaffenen Komfortzone namens Morrie eben umso mehr anrechnen, wenn man in der bitteren Kälte seines Zeltes liegt und weiss, man kann an der Situation jetzt hier nichts ändern, sondern begibt sich komplett in sie und fängt an sie von ihren schönen Seite zu erfahren.

DAS sind die Momente für die ich solche Wanderungen am meisten schätze. Und dann, wenn ich dann zurück bin, bequem im Auto liege und mit einem happy belly an die Decke starre und mir bewusst bin, was ich für ein wunderschönes bequemes Leben doch lebe! Und das ist der Luxus, den wir uns bewusst sind und dem gegenüber wir völlig dankbar sind. Genau durch solch wunderschönen Momente.

 

huayhuash 27Selbst bei Nacht. huayhuash 28 Und auch die Merino-Socken erreichen irgendwann ihr Stinkelimit. huayhuash 29 Letzter Pass. Was ein Gefühl zu wissen, von nun geht es NUR noch bergab. huayhuash 30

 

10 Tage auf 4.000 – 5.000m hiken. Erstes Bierchen in der Hand. Und man spürt, was der Körper die letzten Tage vollbracht hat. Riessen Dankeschön dafür!  

 

collage created using turbocollage software from www.turbocollage.comDas sind sie, unsere 9 fetten Passüberquerrungen in 10 Tagen.

Nachdem wir kurz vor der Abreise standen, hiess es dann nach über zwei Monaten Andenleben, auf Meereshöhe zurück zu kommen und noch ein schönes Zuhause für Morrie um Lima zu finden. Über eine gute Freundin durften wir dann bei ihrer Familie unser lieben Morrie für die Zeit in Deutschland stehen lassen. Noch dazu überkam uns wieder mal das Glück schlechthin. Denn Peter hat sich in der Nähe von Lima vor 30 Jahren ein Stück Land gekauft und ein kleines Paradies daraus erschaffen. Santa Eulalia, ein kleines Bungalowdorf im dichten Grün, mit Pool und Gartenanlage, ein super süsses idyllisches Urlaubsparadies. Und da wir unter der Woche anreisten war Peter so nett, uns einen eigenen Bungalow für die Tage bis zur Abreise umsonst zu überlassen. Das hiess für so zwei Gypsies wie uns eben, wow duschen, kochen, Bett, einfach der purste Luxus. Und das genau bevor es heimging nochmal schön machen für die Heimat also:)

Und wie es sich bei unserer Tradition so gehört, machten wir uns samt Gespäck, samt Proviant und frisch geduscht auf zum Airport in Lima um wie immer 1,5 Tage am Airport abzuchillen, bis endlich unser Flieger ging (bisher kommt aber noch lange nichts an unsere Airportaktion in Panama ran:)

 

 


 

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