Peru – Rainbow Mountains und Titicaca See

 

Rainbow Mountain

Peru hat einfach viel zu viele Naturwunder zu bieten.

Es ist unglaublich, wie reich und schön dieses Land von Mutter Natur bestückt wurde. Absoluter Wahnsinn. Und wir haben die Chance all diese schönen Dinge zu entdecken. Das ist so surreal. Manchmal fassen wir uns nur beide an den Kopf und können unser Glück, so ein Leben zu haben und erfahren zu können, kaum zu glauben.

Und dann finden wir uns in Momenten wieder, halten inne und sind sooooooo unglaublich dankbar für diesen Moment. Und den davor. Und den bald kommenden. Purste Dankbarkeit von Kopf bis Fuss. Und das ist auch wichtig und richtig, dass wir dieses Geschenk nicht als gegeben hinnehmen. Von daher sollte ein kurzer Epilog im Sinne der Dankbarkeit immer mal wieder Ton finden in unserem Blog, auch wenn ich ganze Blogeinträge davon verfassen könnte. 

Aber nun zum eigentlichen Geschehen, der im wahrsten Sinne des Wortes regenbogenfarbene “Rainbow Mountain”, welcher 4 Stunden von Cusco entfernt in einem abgelegenen Tal liegt. Eine absolute Knallerfahrt in einem absoluten Knallertal und das bereits vom ersten Moment der Anreise. Über Stock und Stein geht es die letzten 2 Stunden tuckernd durch das Tal von Quispicanchi. Schliesslich finden wir am Ende des Tages den Anfangspunkt für unseren bevorstehenden Hike am nächsten Morgen, den berühmten Rainbow Montain, auch Vinicunca oder auch Montaña de Siete Colores genannt.

 

Da ist er!

 

Leider ist der Rainbow Mountain mittlerweile fast schon zu berühmt geworden, so dass er seit einigen Jahren unter all den Touragenturen als DER Trip neben Machu Picchu angeboten wird. Er wird den Leuten quasi aufgeschwatz. Und somit fahren täglich dutzende von Collectivos mit hunderten bis tausenden von Touristen von Cusco an dieses schöne an sich noch unberührte Land.

Was das für die Indigenen dieses Landes bedeutet? Man erkennt schon jetzt leider gewisse Einflüsse auf die Kommunen vor Ort. Wie jeder einzelne versucht (auch völlig nachvollziehbar) ein kleines Stückchen vom Kuchen abzubekommen und am Tourismus mitwirkt. So sieht man zum Beispiel, dass einige Kommunen bereits verlassen stehen, da sie näher zum Berg gezogen sind, um dort vor Ort im Tourismus mit arbeiten zu können. Pferde als “Schleppesel”, Mamitas, die in aller Früh ihr gesamtes Küchensortiment auf den Berg schleppen, um dort den Touris frischen Tee und eine warme Mahlzeit anbieten können (anstelle einfach alles im Tal zu belassen und direkt auf dem Berg mal eben keinen all inclusive Service anzubieten).

Wenn man die Mamitas mit samt dem Gepäck auf ihren Rücken sieht, blutet einem das Herz. Vor allem dann, wenn blutjunge und eigentlich in der Blüte ihres Lebens stehende Touristen an ihnen per Pferd vorbeigetragen werden (und dabei noch dämlich auf ihr Telefon starren statt die unglaublichen Aussichten zu geniessen). Aber es ist, wie es ist – der normale Kreislauf des Lebens. Oder eher des Konsums. Das böse Geld. Traurig. 

Uns schnürt es immer die Seele ein, wenn wir solche Beobachtungen machen. Und da wir eben auch hier in aller früh (unschön gegen 5 Uhr) für unseren Hike aufstehen um den Massen zu entkommen, konnten wir die ganzen Vorbereitungen aller Mamitas und der fleissigen Männer und Kinder mitansehen. Gegen 9 Uhr, wenn die Tourimassen ankommen, beginnt das alltägliche Spiel. Tag für Tag. Wie immer ziehen wir unseren Hut vor den Andenvölkchen. So eine krasse Arbeitsmoral.

Ich hoffe und bete auf jedenfall, dass die bisherigen Auswirkung keinen noch schlimmeren und krasseren Effekt auf die Komunen haben werden. Denn noch immer ist der Rainbow Mountain ein heiliger Berg für die Andenbevölkerung, was selten von den Besuchern gewehrtschätzt oder respektiert wird.

 

Hier erkennt man auch den Hike rinter (Ostdeutsch für da hinten) in das Rote Tal. Superschön.

 

Der Hike an sich gestaltete sich für mich überraschend schwieriger als für Kiwi. Mein Körper war anscheinend die Höhe nicht mehr so gewohnt. Meine kleinen roten Blutkörperchen bemerkten den Sauertsoffmangel auf jedenfall recht gut:))) Aber nichts destotrotz war der Hike superschön mit easy Aufgang um dann oben angekommen DEN Blick auf den Regenbogen-Mann zu haben :) Was für ein Ding sich da vor einem in allen Farben auftut, super schön! Und Candyland pur. 

Ein Regenbogen in Stein gemeiselt. Enstanden sind die 7 Farben durch überlagerte Mineralien, die sich vor Jahrmillionen hier ablagerten. Dabei wurden die Sedimentschichten rein durch Plattentektonik von einer waagerechten in eine fast senkrechte Position gedrückt. Das Eisenoxid führte schliesslich zur rötlichen Färbung, Mangan zu Pinktönen, Gelb ergab sich vom Schwefel und die Reaktion von Kupfer, Wasser und Sauerstoff führte zur blaugrünen Verfärbung. Schliesslich noch die schwarzen Streifen, welche sich durch Granit erklären lassen. So jetzt kennen wir das Geheimnis vom Regenbogen. Fehlt nur noch der Goldene Schatz. Der aber wird wohl untertage vom Gnom bewacht.

 

Natürlich ist dieses Stückchen Tal dann auch noch mit saftigstem Grün beschenkt. 

 

Valle de Roja

Nun ja, da unser belesener und allzeit wohl präparierter Kiwi von einem Hike hinter dem Rainbow Mountain las, dem so genannten “Roten Tal”, ging es für uns noch ein Stückchen weiter. Die Aussicht hier oben ist ja noch nicht knallerhaft genug.

Und was wir da fanden, sahen, verschlug uns den Atem – schon wieder. Zweimal in so kurzer Zeit von den Socken gehauen zu werden hat schon was. Mutter Natur, Respekt, was du hier oben mal wieder geschaffen hast.

 

“Valle de Roja” (das rote Tal). Knaller. Knaller. Knaller.

 

Friseurtermin

Sei diesen Highlights nicht schon genügend Aufmerksamkeit von uns geschenkt, so begeben wir uns auf den Rückweg zum Auto und kommen aus dem Staunen und wahrscheinlich Glotzen nicht mehr herraus, als eine Familie gerade grosse Scherenaktion an ALLEN Alpacas vornimmt. Einmal im Jahr ist Zeit für die Schnipp-Schnapp-Aktion um den Tieren ihr dickes Fell vor dem Sommer abzunehmen.

Man muss sich das in etwas so vorstellen: das Alpaca bekommt einen nicht ganz freiwilligen neuen Ganzkörperhaarschnitt und geht mit einem Woll-Körperanteil von 10/1 hinein und kommt bibbernd glattrasiert wieder heraus. Eine völlig neue Persönlichkeit, ich frage mich wie es jetzt noch von ihren Kumpels erkannt werden will. 

 

Auf Kommando – glotzen! Bei dem ganz besonders;))))) Es sieht wirklich schlimmer aus, als es ist. Den süssen Dingern geht´s gut.  Ja auch das lebt noch, ist nur von seinem eigenen Flauschi übersäht.  Ihm geht es auch gut!!!! Alles gecheckt!!! :)))) zum Wegbrechen… Vereinzelt leben hier noch immer Indigene.

 

Titicacasee

Der grösste Südwassersee Südamerikas, der achtzehntgrösste natürliche See der Welt und knapp fünfzehn mal so gross wie der Bodensee. Noch dazu das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Der See ist quasi ganz schön gross und voll gepackt mit Superlativen. Leider wohl auch ganz schön dreckig, was man aber gar nicht so wahrnimmt. Toll sieht er jedenfalls aus, gerade mit dem Bergpanorama der bolivianischen Cordillera Condoriri. Der witzige Name bedeutet wohl in etwa “graue grosse Katze” oder “grauer Puma”.

Neben spektakulären Sonnenauf- und -untergängen sind die schwimmenden Inseln von Urus einer DER Hauptatraktionan am Titicacasee. Hier haben vor Jahrhunderten die Urus damit begonnen schwimmende Inseln anzulegen und diese zu bewohnen um sich vor den kriegerischen Inkas zu schützen. Die Inseln sind aus massigen Lagen von Schilff angelegt, das so lange aufeinander gestapelt wird, bis es schwimmt. Leider verrottet dieses ständig von unten, so dass die Inseln nach 1-2 Jahren komplett aufgegeben und neu gebaut werden müssen. So wird ihnen wenigstens nicht langweilig ;)

Hunderte dieser Inseln existieren noch immer. Angefangen von kleinen Inseln mit nicht mehr als einer Schilff-Hütte on top hin zu Inseln, auf denen richtige Ansammlungen dieser Hütten stehen mit kleinem Mercado, etc.

Leider sind die Inseln mittlerweile zu einem regelrechten Touristen Magnet geworden. Hunderte bis Tausende Touristen werden hier täglich hingeschippert. Und wie vorher bei dem Regenbogenberg besteht auch hier selbiges Problem, jeder will einen Teil des Tourismuskuchens abhaben, so dass manche Inseln gar nichts weiter mehr beherbergen als ein paar Vorführhütten. Fast eher schon wie ein Museum, wobei viele Familien nur noch hierher kommen um ihre täglichen Demonstrationen des ursprünglichen Lebens durchzuführen, eigentlich aber mittlerweile in der grossen Stadt wohnen. Aber auch hier, und wieder absolut verständlich, dass auch die Urus sich weiterentwickeln wollen, den Fortschritt und die Technik suchen und ihren Kindern Schulbildung garantieren wollen.

 

Heute sogar mit Solarpanel Anschluss.Witzigerweise hat JEDE Insel ihren eigenen Aussichtsturm.Und alle 1-2 Jahre muss die komplette Insel neugeschaffen werden, da das Schilff von unten her vergammelt.

 


 

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