Urlaub vom Urlaub

Los Angeles liegt also hinter mir, London nach scheinbar endlosen 3 Stunden des Wartens nun auch. Die letzten paar hundert Kilometer Flug liegen nun vor mir. Frankfurt das Ziel. Die Heimat. Hach, wie sich das anhoert. Heimat. Wie schoen. Ich freu mich. Viele haben es nicht geglaubt. Viele dachten ich wuerde total ungluecklich sein wieder Heim zu muessen. Es wuerde mir unendlich schwer fallen zurueck nach Deutschland zu kommen. Und ja, sie haben natuerlich Recht. Irgendwie. Was sich aber so hart anhoert liegt einfach nur total logisch verwurzelt in den wahnsinnigen Erfahrungen und Erlebnissen, die ich in den letzten 12 Monaten durchlebt habe. Erleben durfte. Eine Zeit, die mir nie irgendjemand nehmen kann. Eine Zeit, die mich unwahrscheinlich gepraegt hat. Als Mensch selbst, aber auch im Umgang mit Anderen. Anderen Nationen. Anderen Kulturen. Eine Zeit, die mit eben ihren 12 Monaten nicht gerade kurz war. Es war meine Zeit. Mein Leben. Fuer ein Jahr.
 
Kein Wunder also, dass man ein wenig weinerlich wird. Und auch sein darf. Dass es eben nicht nur ein Jubel sein kann, der einem Nachhause ruft. Aber trotzdem auch doch. Natuerlich (Achtung bitte Allen, denen es vielleicht nicht so ganz klar war) habe ich mich riesig gefreut nach dieser langen Zeit wieder zurueck zu gehen. Wobei es natuerlich kein zurueck im eigentlichen Sinne sein wird. Vielmehr ein nach Vorne. Auch hier werden wieder tolle Erlebnisse und Erfahrungen auf mich warten. Auch hier werde ich gluecklich sein. Und vorallem – hier werde ich meine Familie wieder sehn. Meine Freunde. Und ja, ich habe euch vermisst. Sehr sogar. Das wird einem besonders klar, wenn einige hundert Meter unter einem ploetzlich Frankfurt aus den Wolken auftaucht. Frankfurt, da wo vor knapp einem Jahr das Abenteuer Neuseeland angefangen hat. Das Land der Kiwis war geplant, am Ende kamen noch USA, Australien, Thailand und die Suedsee hinzu. Wow – was fuer ein Jahr. Die Zeit ging so schnell vorbei (Claudi, verdreh jetzt bitte nicht deine Augen ;) Jetzt liegt der Flughafen wieder unter mir. Wie geht es weiter? Was kommt nun?
 
Was kommt nun sollte recht einfach beantwortet werden. Hajo holt mich wie besprochen am Flughafen ab, da von meiner netten Familie ja keiner Zeit finden sollte, und wir fahren zusammen nach Hause. Der Kreis wuerde sich schliessen. Er war es naemlich auch, der mich damals nach Frankfurt zum Abflug gefahren hatte. Wuerde passen. Guter Plan. Schwester war durch Arbeit verhindert, Eltern in einem ihrer sicherlich wohlverdienten Urlaube. Das Flugzeug setzt auf. Irgendwie auch kein anderes Gefuehl als sonst. Nicht irgendwie speziell. Keine deutsche Landung oder so. Einfach nur gelandet und am Boden. Die erste Ueberraschung, was heisst Ueberraschung, Feststellung wohl eher: alle sprechen Deutsch. “Ach neeee” wird es jetzt einigen im Gehirn sprudeln. “Wir sind ja schliesslich auch in Deutschland! Komisch, wa?” So selbstverstaendlich ist es aber nun mal nach einer soo langen Zeit nicht mehr. Eine Sache, an die man sich jetzt wohl erst wieder gewoehnen sollte.
Naechste Ueberraschung: Am Zoll werde ich das erste Mal nicht mehr als Auslaender behandelt. Nein, jetzt bin ich der Einwohner dieses Landes. Keine unendlich langen Schlangen. Ich komme sofort dran. Grinsend werde ich nach einem nur ca. 0.0000001 Sekunden dauernden Sicherheitscheck durchgewunken. Ich liebe die EU – reisen kann so einfach sein! Das Gepaeck kam auch recht rasch, so dass mir gar nicht so viel Zeit blieb den Ausgang nach Hajo abzusuchen. Insgeheim hofft man nach solch einer Reise natuerlich mit einem Empfang mit Pauken und Trompeten. Diesen Gedanken hatte ich aber aus eben genannten Gruenden schon lange aus meinem kleinen naiven Koepfchen gestrichen.
 
Da ist es, mein Gepaeck. Ein letztes Mal auf einen Trolly bugsiert. Ein letztes Mal durch den Ausgang hinein in die wartende Menge. Wo ist er nur? Ganz weit entfernt von meinem scharfen Auge nehme ich unwissend und nebenbei die graugraue Kopfform einer mir sehr bekannten Person war. Nein, kann nicht sein! Aeh aeh. Schon war der Gedanke auch wieder weg. Letzte Ecke. Der Flughafen steht in Flammen? Eine Bombe? Panik? Nein, irgendwie nicht. Was aber verursacht diesen Wahnsinns Laerm? Es wird doch wohl nicht…

TAAAAAATTTAAAAAAA…da stehen sie. Alle gekommen. Meinetwegen. Eh ich mich verseh haengt eine uebergluecklich zitternde und heulende Schwester in meinen Armen. Alle wollen mich druecken. Selbst Maennerherzen werden weich ;) Soo toll. Besser haette es nicht kommen koennen.

Danke!!!
 


Spaetestens jetzt wusste jeder am Flughafen, dass Stefan wieder da ist. Nur einer unter vielen Heimkehrern fuer sie, DER Heimkommer aber fuer meine Familie.


Das Grinsen verfolgte uns nicht nur in Form dieser Smileyballons.
 
 
Nach scheinbar unendlichem Geknuddel, Geknutsche, Gedruecke, Gekuesse, Gelache und Gegrinse ging es dann doch irgendwann auf die Autobahn. Nicht aber mit dem Ziel Georgenthal, sondern Edertalsperre. Denn Hajo war natuerlich nicht gekommen (na toll, dabei hatte ich mich doch so auf deinen Scirocco gefreut ;) Urlaub vom Urlaub quasi. Habe ich mir verdient!
Typisch fuer deutsche Autobahnen – alle fahren rechts (logisch, aber sowas von ungewohnt), dreispurig, Stau! Also ab auf den naechsten Rastplatz und erst einmal die seit langen begehrte original thueringer Bratwurst gebruzelt…
 
 

Mhhhhh…wie geil ist das denn???? Dazu noch ein deutsches Bier, was mir verglichen mit den kleinen 0.33 l Bieren aus Neuseeland fast schon riesig vorkam.

In Waldeck am Edersee verbrachten wir zusammen ein sehr witziges Wochenende. Der perfekte Start fuer einen neuen und hoffentlich ebenfalls perfekten Lebensabschnitt!

 


Hoch oben drohnet “Schloss Waldeck”.
 

Die “Edertalsperre” unterhalb des Schlosses.
 

Immer konzentriert bei der Verteidigung der guten Aussicht.
 

Haha, Sorry Geli, zu witzig aber um es der Menschheit vor zu enthalten ;)))
 

Staunend stauende Staumauer.
 

Im Wildpark am Edersee hatten wir echtes Schwein…
 

…diese frischen Frischlinge beobachten zu duerfen.
 

Der bockende Bock wollte nicht so richtig Stillhalten.
 

Hab ich dich – schau mir in die Augen…
 

Tolle Aussicht mit Schloss, Edersee und Boetchen.
 

Geiersturzflug. Die sind ja sooo haesslich. Und richtig fliegen koennen die dicken Dinger auch nicht. Staendig muessen sie mit ihren Fuessen mithelfen – laufende Flugversuche.

Bruchlandung allá Quack der Bruckpilot.


Uhu? Eule? Egal. Kautz jedenfalls!
 

Auch ich durfte diesen bekannten….*raeusper*…. auf meiner Hand tragen.
 

Ob dieser Blick die pure Freude ueber das stoerend grelle Geblitze vor seinen Augen wiederspiegelt darf wohl stark bezweifelt werden.
 

Hahaaaaa, haesslich und fett!!! Freu mich auf dich, Keule!
 

Waldecker Fachwerke (PS: “Ratsstuben” nur bedingt empfehlenswert: Eisbein vom Feinsten, Rumpsteak…naja…fragt Enrico ;)
 
 
Um euch einen kurzen Ueberblick meiner Fliegeraktivitaeten zu geben, hier eine kleine Zusammenfassung (keine Garantie auf Richtigkeit/Vollstaendigkeit – mir fehlt selbst ein wenig der Durchblick ;) ueber die letzten 12 Monate (fragt nicht! Dafuer habe ich ja schliesslich auch gearbeitet!)
 
Frankfurt -> London
London -> Los Angeles
Los Angeles -> Auckland
Auckland -> Los Angeles
Los Angeles -> Chicago
Chicago -> Indiana
Indiana -> Chicago
Chicago -> Los Angeles
Los Angeles -> Auckland
Taupo -> Taupo (1. Skydive)
Te Anau -> Te Anau (2. Skydive)
Auckland -> Queenstown
Christchurch -> Melbourne
Melbourne -> Perth
Darwin -> Singapur
Singapur -> Phuket
Phuket -> Koh Samui
Koh Samui -> Bangkok
Bangkok -> Chiang Mai
Bangkok -> Singapur
Singapur -> Perth
Perth -> Melbourne
Melbourne -> Christchurch
Christchurch -> Rarotonga
Rarotonga -> Los Angeles
Los Angeles -> London
London -> Frankfurt
 
 
Hoert sich jetzt vielleicht viel an…mhhh…ist es eigentlich ja auch. Aber das Witzigste daran: von diesen 27 Fluegen waren 1/4 der Fluege teurer als die anderen 3/4 zusammen. So hat zum Beispiel der Flug von Thailand (Bangkok) ueber Singapur zurueck nach Australien (Perth) mit mehr als 7 Stunden reiner Flugzeit weniger als 150 Euro gekostet.

Eine letzte Frage bleibt noch offen:

Warum habe ich eigentlich keine Flugmeilensammelkarte????
 
 

Stefan

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Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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