Yosemite – Half Dome 2/2

Mit den ersten Sonnenstrahlen – oder sogar noch eher? – ging mir auch bereits der nervige Wecker gehoerig auf selbigen. Schlimm das Ding. Ich meine, ist ja gut dass er macht was er macht, im Nachhinein ist man ja auch dankbar, aber den Moment an sich koennte man gerne auslassen oder einfach ueberspringen.

 

Ein Drittel von uns musste erst einmal mit Aspirin von der kurzen Nacht und unglaublichen Hoehenlage (haha) aufgeputscht werden – und dann kann es naemlich auch schon losgehen. Die ersten 2 Stunden zirka geht es gemaechlich bergauf durch tolle Waelder, immer wieder den Blick auf das Ziel freigebend. Danach oeffnet sich der Wald ploetzlich komplett und der Dome liegt genau vor einem. Ok, eher noch ueber einem. Ein paar Hoehenmeter muessen schon noch ueberwunden werden. Im gewohnten Zichzack also noch ein wenig dem Berg hoch hecheln und schon ist der Dome geschafft. Naja, nicht ganz, der Sub-Dome ist geschafft…

 
 
Erste Pullerpause mit tollem Panorama.

 

Immer wieder tolle Aussichten..

 

…auf dem Weg zum Sub-Dome.

 

Mit dem richtigen Doping zum Greifen nah.

 

Schoenes Plattenklettern.

 

Half Dome AufstiegUmdrehen nicht vergessen!

 

Da ist das DING der Half Dome in seiner ganzen massiven Schoenheit!!!
 
 

Nach dem Sub-Dome hat man perfekte Sicht auf das was kommt – el grande final! Von nun an gibt es erst recht nur noch eine Richtung. Hoch. Und zwar so steil hoch, dass es lauftechnisch allein nicht mehr moeglich ist (auch nicht auf allen Vieren). Aber auch noch nicht so steil, dass man unbedingt seine stinkend engen Kletterschuhe auspacken muss. Hier haengen auch die viel thematisierten Kabel, die ab Memorial Day wieder aufgerichtet werden und somit die neue Saison einweihen. Heute liegen sie – wie es der Plan so schoen wollte – noch dicht am Felsen an, ohne auf den Stangen zu liegen. Das witzige ist also, und hier denken echt viele falsch, die Kabel werden NICHT ueber Winter abmontiert. Sie werden lediglich von ihren Stangen (Huefthoehe) genommen und liegen nun direkt am Felsen. Die “Schwierigkeit” besteht also in der Wintersaison darin, die Kabel aufzuheben und sich mit ein wenig mehr Muskelkraft als sonst an ihnen hinauf zu ziehen. Ach ja, die Querbretter alle paar Meter fehlen auch. Aber an einem so sonnig warmen und trockenen Tag wie heute kleben die Schuhe eh wie von alleine am Stein.

 

Anschnallgeschuerr also raus aus dem Rucksack, mit Prusiken am Kabel selbst gesichert und hinauf gehts…

 
 
DIE Kabel.

 

Schon steil, aber noch locker laufbar.

 

Vorteil des Nachsteigenden ;)

 

Blick zurueck auf den Sub-Dome.
 
 

Nach nicht einmal einer halben Stunde war die Arbeit auch schon wieder getan; inklusive Fotopausen und Umschnallen am Felsen, weil die Seile ja auch irgendwo am Fels befestigt sein muessen. Super einfach eigentlich. Auch dank unserer neu erworbenen Alleskleber-Handschuhe. Mission Impossible like einfach am Seil angesaugt und festgeklebt. Abrutschen nicht moeglich.

 

Der Lohn…seht selbst!!!

 
 
Haaalloooooo!!

 

Jetzt nen Wingsuit?!?

 

Unglaublich.

 

Mit der richtigen Ausstattung immer am Ziel – Alexander Supertramp, danke fuer den Kompass!!

 

Es soll Menschen geben die hier oben einen Handstand standen?!? Vorerst noch skeptisch…

 

…bevor die pure Freude kommt!

 

Half Dome ValleyWunderschoenes Yosemite Valley

 

Clouds Rest ValleyGanz hinten links “El Cap”, ganz hinten rechts “Clouds Rest” und wir auf dem Half Dome, wie geil ist das denn????

 

Hierauf erst einmal ein (kuehles) PBR.
 
 
Neue Freunde in luftigen Hoehen.
 
 
Auf die Ausstattung kommt es an!

 

Half Dome AbgangNach gefuehlten 1047392395 Fotos von (meist) dem selben Motiv, das Valley ist aber auch schoen, verdammt, geht es wieder an den Kabeln nach unten, wesentlich schneller sogar noch.

 

Jetzt arbeitet die Schwerkraft wenigstens nicht mehr gegen uns ;)

 

Huuiiiiiii…

 

Da freut sich jemand. Zurecht!

 

Da oben auf dem Bubbel haben wir eben noch ehrfuerchtig in die Tiefe geschaut.

 

Ein letzter Blick – Abschied. Ganz sicher nicht fuer immer.

 

Die Sonne ist weg und gleich ein ganz anderer Eindruck vom Nevada Fall.

 

Na was haben wir denn hier noch kurz vorm Parkplatz vor die Linse bekommen???

 

Upper und Lower Yosemite Falls.

 

Von hinten links hatten wir uns draufgeschlichen. Um dort hin zu kommen muss man die Kirch erst 3x ums Dorf tragen. Lohnen tut es sich alle Mal!

 

Es kratzt!

 

Hier koennte man ja fast an Wasserfallueberreitzung gesaettigt werden…tja, fast aber eben auch nur.

 

Einer der beliebtesten Spots im Park mit der 1000m Kracherwand des El Cap auf der linken Seite und dem Dome in der  Mitte.
 
 

Definitiv alles richtig gemacht. Wusste man vorher noch nicht so richtig ob das mit den herunter gelassenen Kabeln alles klar gehen wuerde kann man jetzt nur noch zur richtigen und einzig wahren Entscheidung gratulieren. Wer hier Geld bezahlt und sich dem daemlichen Lotteriesystem anschliesst und auf ein moegliches Datum in nicht absehbarer Zukunft hofft, dass er eventuell dazu auserwaehlt wird, moeglicherweise vielleicht die Erlaubnis zu bekommen guenstigstenfalls womoeglich annaehernd zum Wunschtermin voraussichtlich dort hoch wandern zu duerfen – und da haben die anderen der Gruppe noch gar kein Ticket – der ist einfach mal selbst schuld. Oder ein braver Buerger des Systems ;)

 

Ein Wochenende, wo einfach alles gepasst hat. Kann man einfach nichts hinzufuegen. Auch wenn es nur der Half Dome war, so war es ganz bestimmt keine halbe Sache. Oh man, wie schlecht, aber der musste noch fix sein ;))

 
 

Stefan

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Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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