Mexico – Yucatan Halbinsel – Yucatan

yucatan

 

Nach Campeche der zweite Teil unserer Yucatan Halbinsel Rundreise. Noch dazu Namensgeber der Halbinsel. Trotzdem nicht ganz so pompös wie Quintana Row aber dennoch hat er Hochkaräter wie die Ruinen von Chichen Itza oder die Cenote Ik Kil zu bieten. Allein diese beiden Orte lassen Traveller Herzen weit über Limit schlagen. Aber zunächst der Reihe nach…

 

Merida

Zunächst ging es nach Merida. Die Stadt soll laut diversen Reiseführern als “kulturelle Hauptstadt der Halbinsel” einige interessante Ecken, Architekturen und Museen aufweisen. Leider konnten wir uns von diesen nicht wirklich überzeugen lassen und reisten bereits nach ein paar Kugeln leckerem Eis weiter (aber wann ist Eis schon mal nicht lecker?!?). Viel mehr werden wir die Stadt als Knotenpunkt zu unzähligen Cenoten in Erinnerung behalten. Im Gegensatz zur Ostküste sind diese dabei kaum ausgebaut, preislich mehr als billig und dank der fehlenden Touristenströme (Anreise aus Cancun wird dem typischen Ressorttouristen bereits zu aufwändig, der Rhythmus zwischen Frühstücks-, Mittags- und Abendbuffet muss ja eingehalten werden) auch sehr angenehm und ertragbar. Teilweise konnten wir die Cenoten ganz für uns alleine beanspruchen, aber der Blogeintrag “Cenoten was das Herz begehrt” geht hier noch ein wenig tiefer darauf ein.

 

Cenote Kankirixche

Hier hatten wir die Chance gleich mehrere Tage verbringen zu können. Witzig ist, wie man bereits nach wenigen Stunden die komplette Belegschaft (2+1) kennt, die jeden Tag 12 Kilometer Anreise mit ihren Fahrrädern bewältigen müssen. Frühs und Abends gabs einen kurzen Gruss oder sogar ein Früstück zusammen (vor allem Caro freute sich über die vegetarische Einladung zum Innerein-Brunch, denn diese zählen scheinbar nach mexikanischem Standard nicht als Fleisch). Ansonsten hatten wir die Cenote nahezu für uns. Und das 4 Tage lang! Dem unglaublichen Licht und Türkis tagsüber stand ein wahnsinns Nachthimmel gegenüber, da die nächsten lichtverseuchten Städte meilenweit entfernt liegen. Auch hatten wir hier die Chance eine vom Regen zulaufende Cenote beobachten zu können, wobei wir eben noch lässig unter unserem gespannten Tarp saßen und den Jungs zulachten, während diese sich in die Hütte verabschiedeten und wir wie die Könige draussen in Ruhe weiter speisen wollten. Was jedoch nach nur 2 Minuten Sinnflut auch nicht mehr möglich war und aus dem Tarp eine reine Regenrinne wurde. Also Tarp abgebaut und rein in die Fluten. Wie Kinder standen wir am Cenotenrand und beobachteten das Spektakel. Auch wie schnell sich die Cenote von den dreckigen Wassermassen und dem daraus entstandenen Schlamm wieder selbst reinigte.

Sportlicher Höhepunkt war dann eine Gruppe lokaler Slackliner, die direkt in der Cenote eine der schönsten High- und Wasserlines spannten. Hier hatte ich die Chance ein wenig an meinem Wasserstart zu arbeiten, was aber verglichen mit den Leistungen der Profis mehr schlecht als recht überzeugen konnte. Dennoch unglaublich spassig und interessant.

 

 

dcim103goproSchlamm und Sonnenstrahlen im Kampf um die Vorherrschaft.dcim103goproEin Taucher auf dem Weg in die Tiefen der Höhle.yucatan 15Eine lokale Slackline Grösse hat die komplette Aufmerksam und Standing Ovations der Cenote für sich. 

 

Folgende Unterwasserbilder wurden von Ivan Miloš aufgenommen (und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt), der in Scuba Komplettausrüstung ein wenig besser vorbereitet war als wir und auch seine Kamera unserem Kinderspielzeug weit überlegen war (ab 5 Metern Tiefe ist die GoPro wirklich nichts weiter als ein fieser Pixelvermatscher):

yucatan 16 yucatan 17Ich liebe dieses Bild – Caro auf dem Weg ins Schwarze.yucatan 18 Meine fummelige Taschenlampe hat nicht wirklich viel Licht ins Dunkel bringen können.yucatan 19 yucatan 20Scuba Diver weit unter uns, der menschliche Atem ist untrainiert echt erbärmlich was Ausdauer angeht.

 

Progreso

Immer wieder heisst es “Celestún, ihr müsst unbedingt nach Celestún” um die tausenden pinken Flamingos sehen zu können. Als die weltgrößte Winterübernachtungsregion schlecht hin hat sich Celestún einen echten Namen gemacht (man sagt, dass hier mehr als 90% der pinken Flamingos ihr Winterquartier beziehen). Allerdings wissen dies auch wiederum all die nervigen Tourenanbieter und so ist es mittlerweile fast schon unmöglich auf eigene Faust Bootstouren oder Wanderungen zu unternehmen um die witzigen Zweibeiner zu sichten. Alles ist durch Touren organisiert, was für uns schon wieder den Reiz nahm. Also ging es kurzerhand doch nicht nach Celestún sondern direkt Richtung Progreso, wo man wohl auch ganz gut ein paar Flamingos entdecken kann. Mit ein wenig Glück fanden wir dann auch den ein oder anderen. Riesen Freude bei jeder neuen Sichtung, aber noch nicht ganz das, was wir uns eigentlich unter dem Begriff “massenweise” und “flocks of flamingos” vorstellten.

 

yucatan 21So so witzig die Jungs!yucatan 22Immer schön im Gleichtakt.yucatan 23Die pinken Salzseen um Progreso.yucatan 24Wieso pink? Keine Ahnung, vielleicht weiss es ja von euch jemand.yucatan 25 yucatan 26 yucatan 27 yucatan 28 yucatan 29 yucatan 30 yucatan 31Mich hats zerknallt als er plötzlich vor uns auftauchte. Man beachte das zersägte Moped und den roten TÜV abgenommene Sicherheitssitz von Coca Cola.
 

Rio Lagartos

Also ging es weiter nach Rio Lagartos, von wo sich eine superschöne off-road “Strasse” bis El Cuyo erstreckt, die sich ab April (perfektes Timing dieses mal, nicht so wie bei den 3x verpassten Walen) zur neuen Flamingohochburg entwickelt und dabei längst nicht so ausgebaut ist wie Celestún.

Hier finden wir endlich hunderte, wenn nicht sogar tausende Flamingos durch einfaches Entlangfahren an den Ufern der geschützten Lagunen. Auch sind wir völlig für uns allein und haben jeden einzelnen der Stelzenkrepel für uns.

Die recht beliebte Insel “Holbox” gleich um die Ecke von El Cuyo lassen wir kurzerhand aus, da die Parkkosten/Überfuhrkosten für Morrie in keinem wirklichen Verhältnis standen. Mit Aussicht auf Isla Mujeres bei Cancun war es auch eine recht einfache Entscheidung.

 

yucatan 32Der perfekteste Spot für unsere Hängematte.yucatan 33Da kommt das Abendbrot, unsere Arbeitsteilung ist klar erkennbar ;)yucatan 34Wer Nachts nicht schlafen kann fotografiert halt.yucatan 35 yucatan 36Die pinken Salzseen wirken einfach nur unreal und nicht wie von dieser Welt.yucatan 37Morrie und das Pink.
yucatan 38Stellt sich jetzt nur noch die Frage, ob die pinken Salzseen und die pinken Flamingos irgend etwas miteinander zu tun haben…farbentstehungstechnisch.yucatan 39“Aaaachtung…”yucatan 40Jetzt endlich Flamingo Massenware.yucatan 41 yucatan 42 yucatan 43 yucatan 44 yucatan 45
 

Nach dem ausgelassenen Holbox Besuch ging es fix weiter in den dritten und letzten Staat der Halbinsel, Quintana Row (QR). Was dort geschah könnt ihr hier nachlesen. Von QR ging es einige Male bewusst und auch unbewusst zurück nach Yucatan. Alle weiteren Yucatan Erlebnisse folgen hier, ohne jedoch eine gewisse Reihenfolge einzuhalten.

 

Wir haben das grosse Ik Kil (Cenote) dann also doch gekonnt ausgelassen. Da trotz ihrer unglaublichen Schönheit kaum noch etwas davon erkennbar ist, nahm es für uns absolut den Reiz hier unsere hartverdienten Dollar (huh) zu investieren. Über-Massen-Tourismus (JEDER, der die Halbinsel besucht, kommt hier her) und ein Über-Ausbau an Restaurants, Toiletten, Sitz- und Schlafmöglichkeiten, Lockerrooms, etc. sorgen dafür, dass von der eigentlichen Cenoten Natürlichkeit kaum noch etwas zu erkennen ist. An Badespass ist dabei schon gar nicht mehr zu denken (es sei denn man steht auf Sardinengeplätscher).

 

Chichen Itza

Auch bei Chichen Itza haben wir lange überlegt, da sie mit Ik Kil den selben Massentourismus teilt (liegen nur knapp 5 Kilometer getrennt). Auch haben wir bereits dutzende andere Ruinen gesehen. Noch dazu ist die Anlage nahezu doppelt so teuer wie die teuerste Ruine zuvor (trotz des Prädikats völlig überteuert reden wir hier allerdings immer noch von unter 20 Dollar pro Person). Aaaaaber, Chichen gehört eben auch zu den Neuen Wundern der Welt und ist allein aus diesem Grund schon ein Muss für mich.

Am Abend vor unserem eigentlichen Besuch haben wir uns kostenlos in die Licht- und Soundshow stibitzen können. Eine wirklich sehr sehr gute Show über Aufbau und Verfall der Anlage, die absolut zu empfehlen ist.

 

 

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Am nächsten Morgen waren wir dann, ganz getreu den deutschen Vorurteilen, die absolut ersten an der Kasse, um auch ja die besten (und touristenfreien) Bilder schiessen zu können.

Die Ruinenanlage ist wirklich wunderschön, atemberaubend und noch dazu unglaublich gross. Vier Stunden Staunen vergehen wie im Flug. Tatsächlich stellt Chichen Itza den grandiosen Abschluss unserer mexikanischen Ruinen Besichtigungs Reihe dar. Jetzt geht es weiter nach Belize und Guatemala um die dortigen Maya Tempel auszuchecken.

 

 

yucatan 49Der Haupttempel.yucatan 50The Plaza of a Thousand Columns, nachgezählt habe ich allerdings nicht, blindes Vertrauen.yucatan 51Der Kollege checkt ob die Restaurationsarbeiten auch seinem Anspruch gerecht werden. Beachte, links normal restauriert aber recht natürlich belassen, rechts schon wieder fast überrestauriert.yucatan 52Bereits vor hunderten von Jahren wusste man sich Langeweile durch eine Runde “XXO” vertreiben zu können.yucatan 53 yucatan 54Das wohl detaillreichste Gebäude der Anlage.yucatan 55Und wieder schafft es solch ein kleiner Fratz sich die Pol-Position für die beste Aussicht zu sichern.
 

Maya Familie

Wieder einer dieser unglaublichen Zufälle, wie er immer und immer wieder beim Reisen auftreten kann. Wir chillen gerade an der Cenote Samula, werden aber ständig von den neben uns sitzenden Aufpassern angequatscht. Ich bin da ja oft relativ schnell genervt und möchte einfach nur meine Ruhe haben, während Caro gerne jeden noch so kleinen Zipfel des sozialen Austausches ergreift und sich freut ihr Spanisch weiter verfeinern zu können. Besagter Aufpasser jedenfalls entpuppt sich als hervorragender Gastgeber, als er uns drei (jab, auch wir bekommen Besuch. Nana, Caros Schwesterherz beehrte uns vor unserem gemeinsamen Kubaurlaub noch fur 10 Tage durch Yucatan) spontan zu sich nach Hause einlädt und auch noch damit ködert von seiner Mami bekocht zu werden. Wir müssen nur die Zutaten besorgen und sie schmeisst dann alles in einen Topf und kocht für uns (witziges System der Arbeitsteilung). Wie sich herausstellt handelt es sich bei seiner Familie um eine lupenreine Maya Familie, die selbst kaum ein Wort Spanisch reden kann. Tiefgründige Unterhaltungen sind somit ausgeschlossen, aber mit Händen und Füssen war es dann doch möglich ein wenig zu kommunizieren. Das Essen war übrigens fantastisch und wir hatten gleichzeitig noch eine Bleibe für die Nacht. Trotz ihrer augenscheinlichen Armut/Einfachheit haben sie keine Sekunde gezögert uns bei sich aufzunehmen und ihr Zuhause mit uns zu teilen. Weiterhin waren sie es auch, die uns den Gold-Tip der nahegelegenen Cenote Oxman gaben, welche sich als absoluter Volltreffer in Sachen Spielespass (Thema Tarzanseil) und dramatischem Erscheinungsbild erwies.

 
yucatan 56Unsere Abulita, die uns kurzerhand ein perfektes Abendessen zauberte und dafür nicht einmal entlohnt werden wollte.yucatan 57 yucatan 58Nicht ganz einfach die kleinen Kamera scheuen Maya Jungs vor die Linse zu bekommen.yucatan 60 yucatan 61 yucatan 62Ein Mann, ein Tarzenseil, ein Schrei und schon geht es schief. Dabei sah es doch so einfach aus bei dem Schwimmmeister, der hier jeden Tag herkommt ;)

 


 

Stefan

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Der ruhige Kopf der Bande, der die Welt im Moment still und festhält. Abenteurer und Explorer, gerne auch auf eigene Faust.
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